Brustzentrum Bruchsal

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung der Frau.

Statistisch gesehen erkrankt jede neunte bis zehnte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Krankheit ist in vielen Fällen heilbar, wenn die Diagnostik und die nachfolgende Therapie optimal durchgeführt und abgestimmt werden.

Mit dem seit 2007 zertifizierten Bruchsaler Brustzentrum haben wir eine Einrichtung, in der alle Patientinnen mit Brusterkrankungen, vor allem auch mit Brustkrebs, interdisziplinär umfassend beraten und behandelt werden. Die Frau und Patientin steht dabei im Zentrum und wird bei der Festlegung der einzelnen notwendigen diagnostischen und therapeutischen Schritte in die Entscheidung mit einbezogen.

Das Ziel der ganzheitlichen Versorgung unserer Patientinnen erreichen wir nur durch die Vernetzung von fachlicher und menschlicher Kompetenz. Durch die Zusammenarbeit der Kooperationspartner kann der Versorgungsprozess sektorenübergreifend auf die Patientin abgestimmt werden. Das gesamte verfügbare Spektrum zur Diagnostik und Therapie von Brustkrebs wird gebündelt und ermöglicht eine hohe Qualität und Effizienz in der Patientinnenversorgung.

Das Bruchsaler Brustzentrum wurde erstmalig 2007 und zuletzt 2022 erfolgreich rezertifiziert nach der dt. Krebsgesellschaft e.V. OnkoZert und DIN EN ISO 9001:2008.

Leistungsspektrum

Diagnostik

Inspektion und Palpation

Die Basisuntersuchung der weiblichen Brust beinhaltet die Inspektion und Palpation (Abtasten) durch den Arzt. Hierbei wird neben der Haut- und Brustwarzenbeurteilung:

  • z. B. Narbengewebe inspiziert
  • die Brust auf Knoten hin abgetastet
  • und auch in den Achselhöhlen auf eventuell vergrößerte Lymphknoten geachtet.

Ultraschall

Durch Ultraschall der Brust können gezielt Tastbefunde und mammografische Befunde weitergehend beurteilt werden. Und wenn notwendig bioptisch abgeklärt werden.

Mammographie

Die Mammografie dient als Basisuntersuchung bei der Vorsorgeuntersuchung und bei allen Tastbefunden. In der Mammografie lassen sich ein Großteil der gut- und bösartigen Veränderungen in der Brust darstellen. Die Mammografie ist die Methode der Wahl zur Darstellung des sogenannten Mikrokalks, der sich in den anderen bildgebenden Untersuchungsmethoden nicht sichtbar machen lässt. Dieser kann auch mammografisch gesteuert, stereotaktisch biopsiert werden.

Kernspintomogramm der Brust

Die Kernspinuntersuchung der Brust wird gezielt in Einzelfällen eingesetzt:

  • bei sehr dichter oder sehr großer Brust
  • bei der Beurteilung nach Operationen und Bestrahlung
  • oder nach Protheseneinlagen
  • und vor allem bei brusterhaltend operiertem Brustkrebs bei der Unterscheidung zwischen Narbe und Rezidiv.

Die Methode besitzt eine ausgezeichnete hohe Aussagekraft bezüglich einer Ausschlussdiagnostik, d.h. bei unauffälligen Befunden ist ein bösartiger Herd nahezu sicher ausgeschlossen.

Galaktograpfie

Außerhalb der Stillzeit ist ein Sekretaustritt aus der Brustwarze immer ein abklärungsbedürftiger Befund. Neben Blutuntersuchungen, zytologisch und mikrobiologischen Abstrichen ist die Röntgendarstellung des betreffenden Milchgangsystems mittels wasserlöslichem Kontrastmittel das Mittel der Wahl zur weiteren Diagnostik solcher Veränderungen.

Biopsie

Es gibt verschiedene Biopsie-Arten:

  • Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie
  • Stereotaktische Vakuumbiopsie

Alle dienen der Aklärung unklarer Herdbefunde in der Brust. In lokaler Betäubung wird Gewebe aus dem darstellbaren Bereich gewonnen. Durch diese Methode kann rasch (im Normalfall innerhalb von ca. 48 Std.) eine Diagnose bei unklaren Befunden gestellt werden.

Insgesamt handelt es sich um eine einfache, schmerzarme Methode Gewebe aus der Brust zu gewinnen und zu diagnostizieren, die ambulant durchgeführt werden kann und in vielen Fällen (bei gutartigen Befunden) eine Operation unnötig macht.

Therapien

Offene Gewebeentnahme an der Brust

Eine offene Gewebeentnahme zur Diagnostik ist nur noch sehr selten nötig, da die allermeisten Diagnosen durch Stanzbiopsien gesichert werden.

Drahtmarkierte Gewebeentnahme

Bei Befunden, die nicht tastbar, sondern nur sonografisch oder mammografisch darstellbar sind, ist es nötig, vor einer Operation die Befunde mittels eines Drahtes zu markieren. Bei der Operation orientiert sich der Operateur an dem Draht und kann so sicher den auffälligen Befund entfernen.

Brusterhaltende Operation

In den allermeisten Fällen ist es bei bösartigen Veränderungen möglich, den Befund brusterhaltend zu  entfernen. Nur in Ausnahmefällen ist die Entfernung der Brust nötig.

Ablatio

In Ausnahmefällen ist immer noch die Entfernung der Brust nötig, z. B. beim inflammatorischen Mammakarzinom oder beim multizentrischen Karzinom oder bei ausgedehnten Vorstufen in der gesamten Brust. In diesen Fällen wird vor der Operation schon die Möglichkeit des Wiederaufbaus besprochen werden. Es stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Axilläre Lymphknotenentfernung

Bei bösartigen Erkrankungen der Brust ist die Entfernung der regionalen Lymphknoten zur Diagnostik und Therapie nötig. Häufig ist die Sentinel Biopsie möglich. Die sogenannte Wächterlymphknotenentfernung ist eine schonende Operationstechnik beim Mammakarzinom. Ist der Wächterlymphknoten tumorfrei, kann auf die komplette Ausräumung der Achselhöhle verzichtet werden. Die Diagnose kann durch Schnellschnitt in den meisten Fällen schon während des operativen Eingriffs gestellt werden.

Rekonstruktive Verfahren zum Wiederaufbau

Für den Wiederaufbau stehen uns verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Verfahren mit Fremdmaterial (Prothesen)
  • Verfahren mit körpereigenem Gewebe

Für die rekonstruktiven Verfahren mit körpereigenem Gewebe arbeiten wir mit den Kollegen der Plastischen Chirurg zusammen.

Strahlentherapie

Die postoperative Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs. Sie ist notwendig nach einer brusterhaltenden Operation, da die Strahlentherapie in dieser Situation die lokale Kontrolle deutlich verbessern kann. Nach einer Mastektomie verbessert die postoperative Strahlentherapie bei Risikopatientinnen nicht nur die lokale Kontrolle, sondern auch das Überleben. Neben der Strahlenklinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe ist auch die Strahlenklinik der Universität Heidelberg einer unserer wichtigen Kooperationspartner.

Chemotherapie, endokrine Therapie, zielgerichtete Therapie und Immuntherapie

Die Chemotherapie findet in wenigen Fällen stationär auf unserer onkologischen Station, in den meisten Fällen ambulant in den Räumlichkeiten der Frauenklinik Bruchsal statt. Die Patientinnen werden in unserer gynäkologischen Onkologischen Ambulanz von speziell ausgebildeten Fachkrankenschwestern betreut.