
Monat für Monat starke Regel- und Unterleibsschmerzen, Einschränkungen im Alltag, unerfüllter Kinderwunsch und häufig ein langer Weg bis zur richtigen Diagnose: Für viele Frauen mit Endometriose, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst, gehört genau das zur Realität. Obwohl schätzungsweise jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist, wird die chronische Erkrankung häufig erst nach mehreren Jahren erkannt. Dabei kann eine frühzeitige Diagnose helfen, die Erkrankung gezielt zu behandeln und die Lebensqualität zu verbessern. Das Endometriosezentrum Nordwürttemberg, etabliert in den RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim,, bietet betroffenen Frauen eine zentrale Anlaufstelle, um ihnen den Weg zu einer umfassenden und spezialisierten Diagnostik und Behandlung erleichtern.
Das Endometriosezentrum Nordwürttemberg bündelt hierfür die Expertise beider Frauenkliniken der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim. Am Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen werden die meisten Patientinnen wohnortnah betreut und minimalinvasiv operiert. Komplexere Krankheitsverläufe, bei denen mehrere Fachdisziplinen zusammenarbeiten müssen, werden am Klinikum Ludwigsburg behandelt. Bereits präoperativ werden Patientinnen dort interdisziplinär beraten und wenn notwendig die Operation geplant. Diese fachübergreifende Zusammenarbeit ist die Basis für eine umfassende Endometriose-Therapie. Das interdisziplinäre Zentrum für Robotik Ludwigsburg eröffnet darüber hinaus neue Möglichkeiten für eine präzise, patientinnenorientierte operative Behandlung. Zum Leistungsspektrum gehören damit neben einer spezialisierten Diagnostik auch konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten. Ergänzt wird das Angebot durch Schmerztherapie, Physiotherapie, Ernährungsberatung, Sozialberatung sowie bei Bedarf psychosomatische Mitbetreuung. Bei unerfülltem Kinderwunsch arbeitet das Zentrum eng mit dem Kinderwunschzentrum Ludwigsburg zusammen. Ziel ist eine Behandlung, die sich an der individuellen Lebenssituation und den Beschwerden der Patientin orientiert.
„Viele Frauen erleben einen langen Leidensweg, bevor die Ursache ihrer Beschwerden erkannt wird. Unser Ziel ist es, betroffenen Frauen möglichst früh eine kompetente Anlaufstelle zu bieten, ihnen zuzuhören und gemeinsam mit ihnen ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept zu entwickeln. Dabei versorgen wir die meisten Patientinnen wohnortnah in Bietigheim und können bei komplexen Verläufen nahtlos auf die interdisziplinären Möglichkeiten am Klinikum Ludwigsburg zurückgreifen“, so Dr. Jens-Paul Seldte, Stellvertretender Zentrumsleiter und Ärztlicher Direktor der Frauenklinik am RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen.
Die enge Zusammenarbeit beider Standorte ist ein wesentlicher Bestandteil des Versorgungskonzepts. „Endometriose betrifft häufig weit mehr als einzelne Organe. Deshalb braucht es ein Behandlungskonzept, das verschiedene Fachrichtungen zusammenführt und die Patientin als ganzen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mit unserem standortübergreifenden Zentrum schaffen wir für Frauen in der Region eine zentrale, fachübergreifende Anlaufstelle mit kurzen Wegen und hoher Spezialisierung bis hin zur Robotik“, ergänzt Prof. Dr. Sebastian Berlit, Zentrumsleiter und Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am RKH Klinikum Ludwigsburg.
Mit dem Endometriosezentrum Nordwürttemberg möchten die RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim zugleich das Bewusstsein für die Erkrankung stärken. Denn starke oder immer wiederkehrende Schmerzen während der Menstruation sollten nicht als selbstverständlich hingenommen werden. Frauen mit anhaltenden Beschwerden können von einer spezialisierten Abklärung profitieren. Das Zentrum begleitet Patientinnen von der Diagnosestellung über die Therapie bis zur Nachsorge und arbeitet dabei eng mit niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten sowie weiteren Kooperationspartnern zusammen.
Bei einer Informationsveranstaltung für Patientinnen am 30. September 2026 um 18 Uhr im, Hörsaal des Ludwigsburger Klinikums informieren Dr. Jens-Paul Seldt, Prof. Dr. Sebastian Berlit und Dr. Annette Schmid vom Kinderwunschzentrum Ludwigsburg über Ursachen, Symptome und Diagnosemöglichkeiten der Endometriose sowie über moderne Behandlungsmethoden. Dabei werden sowohl medikamentöse als auch operative Therapien vorgestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Betroffene im Alltag unterstützt werden können. Es ist keine Anmeldung erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.