
Nach Abschluss ihrer Schule wissen manche junge Menschen noch nicht genau, wie es konkret weitergeht oder sie müssen Zeit bis zum Beginn des Studiums oder der Ausbildung überbrücken. Das Freiwillige Soziale Jahr – kurz FSJ – bietet eine gute Gelegenheit, sich beruflich zu orientieren, erste Einblicke in die Praxis zu erhalten und wichtige Erfahrungen zu sammeln. Das FSJ hat für die Kliniken der RKH Gesundheit eine große Bedeutung, zumal sich rund 60 Prozent der Freiwilligen danach für einen sozialen Beruf entscheiden.
Im September haben 76 Schulabgänger und junge Menschen ihr freiwilliges Jahr in den RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gestartet. Sie sammeln in vielen Bereichen der Kliniken praktische Erfahrungen. Dazu zählen beispielsweise Stationen, die Zentrale Notaufnahme, die Funktionsdiagnostik, der Kreißsaal, die Pathologie, der Patientenbegleitdienst, das Sozialpädiatrische Zentrum, das Simulationszentrum, die Kindertagesstätte, die Akademie, die Technik, die IT-Abteilung und viele mehr. So mancher „FSJler“ entscheidet sich anschließend für eine Ausbildung oder ein Studium bei der RKH Gesundheit. Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres ist der Internationale Bund (IB) in Asperg. Dort finden auch die 25 Seminartage in Form von Wochen- und Einzelseminartagen in festen Seminargruppen und gruppenübergreifenden Projektwochen statt. An den Seminartagen beschäftigen sich die Freiwilligen zum Beispiel auch mit ihrer persönlichen Entwicklung und mit politischer Bildung.
Eine der „Neuen“ ist Pia Gärtner aus Löchgau, die auf einer psychiatrischen Station im RKH Klinikum Ludwigsburg eingesetzt ist: „Ich lerne hier viel, es wird mir viel gezeigt. Auch der Umgang mit den Patienten macht mir viel Spaß, man bekommt viel zurück“. Nach einem Praktikum in einer Grundschule will sie nun auch einen Einblick in die Arbeit im Krankenhaus bekommen. Für sie steht schon fest, dass sie ab dem nächsten Jahr das duale Studium zur Sozialen Arbeit absolvieren möchte. In der RKH Gesundheit gibt es in Kooperation mit der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg sogar die Möglichkeit, ein ausbildungsintegriertes Bachelorstudium in der Pflege zu absolvieren. Dazu muss man nach der dreijährigen Pflegeausbildung für den Bachelorabschluss nur noch ein weiteres Jahr anhängen.
Ein anderer FSJ-Neuling ist Marc Bäzner, der nach seinem Schulabschluss an dem technischen Gymnasium der Wilhelm-Maybach-Schule in Heilbronn einen Einblick in die Klinikwelt bekommen möchte. „Ich trage mich mit dem Gedanken, nach dem FSJ das Studium der Medizin zu absolvieren. Ob es das richtige für mich ist, werde ich nach dem Einsatz im RKH Krankenhaus Bietigheim wissen“, so Marc Bäzner. Er freut sich schon auf sein soziales Jahr auf der chirurgischen Station.
Vanessa-Sopier Sok, die ebenfalls gerne Erfahrungen im sozialen Bereich sammeln möchte, absolviert ihr FSJ in der Plastischen Chirurgie im RKH Krankenhaus Bietigheim. Bei ihrer Tätigkeit steht für sie im Fokus, dass sie den Patienten gerne helfen möchte. Sollten die anstehenden Aufgaben sie begeistern, will sie nach ihrem freiwilligen sozialen Jahr möglicherweise auch Pflegefachfrau werden.