
Das überregionale Schlaganfallzentrum (Stroke Unit) im RKH Klinikum Ludwigsburg wurde wiederholt nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert. Das Klinikum ist eines von 13 Schlaganfallzentren in Baden-Württemberg und gehört damit landesweit zu den Einrichtungen mit der höchsten Versorgungsstufe für Schlaganfälle. Das Zertifikat gilt für drei Jahre und ist ein Nachweis dafür, dass die Behandlung der Schlaganfallpatienten mit hoher Qualität durchgeführt wird.
Auf einen Schlag wird alles anders: Nach einem Schlaganfall verändert sich nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen das Leben in hohem Maße. Wichtig ist immer eine schnellstmögliche Behandlung in einer dafür spezialisierten, rund um die Uhr zur Verfügung stehenden Einrichtung. Denn je früher und gezielter die Behandlung einsetzt, desto größer ist die Chance, einen schweren Verlauf mit Todesfolge oder erheblicher Einschränkung der Lebensqualität zu vermeiden. Nicht umsonst gilt hier die Devise „time is brain“, denn je schneller ein Patient mit einem Schlaganfall behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine bleibenden Schäden auftreten.
Im RKH Klinikum Ludwigsburg erfolgt die Behandlung nach aktuellen wissenschaftlichen Standards und Qualitätskriterien. Erst kürzlich wurde ein neues bildgebendes Verfahren eingeführt, das es ermöglicht, die Gerinnsel-auflösenden Therapien auch bei Patienten anzuwenden, bei denen der Zeitpunkt des Beginns des Schlaganfalls nicht genau bekannt ist, beispielsweise wenn Symptome erstmals beim Erwachen bemerkt werden. „Über die Analyse der Blutfluss-Verhältnisse im Gehirn können Patienten identifiziert werden, die trotz seit Stunden bestehender Lähmungen und Sprachstörungen noch von der Wiedereröffnung der verschlossenen Gefäße profitieren können“, sagt Prof. Dr. Christian Förch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie im RKH Klinikum Ludwigsburg. Die Therapieerfolge setzen eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Spezialisten wie Neurologen, Neurochirurgen, Neuroradiologen, Internisten, Gefäßchirurgen, Pflegefachkräften, Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten voraus.
„Die erfolgreiche Zertifizierung unserer Stroke Unit ist eine Bestätigung dafür, dass die Arbeitsabläufe, die Qualifizierung des Personals und die Ausstattung des Klinikums den hohen Anforderungen der Fachgesellschaft entsprechen und wir eine optimale Behandlungsqualität sicherstellen“, so Förch. Im RKH Klinikum Ludwigsburg stehen die Behandlungsmöglichkeiten und die dahinter stehenden Spezialisten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Die Gutachter der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zeigten sich auch von dem Konzept nach der Akutversorgung beeindruckt. Dieses umfasst einen ausgewiesenen Bereich zur therapeutisch-aktivierenden Pflege und zur qualifizierten Nachsorge und Beratung inklusive Schulungsangeboten für die Angehörigen. Künftig sollen auch Pflegelotsen zum Einsatz kommen, welche die Patienten und Angehörigen von der Aufnahme bis zur Rückkehr in das häusliche oder berufliche Umfeld begleiten.
„Wir wollen uns als überregionales Schlaganfallzentrum stets weiterentwickeln und gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten, den Rettungsdiensten, Reha-Einrichtungen und Selbsthilfegruppen eine umfassende Schlaganfallversorgung in der Region anbieten“, so Förch. Die Stroke Unit im RKH Klinikum Ludwigsburg, die jährlich rund 1.500 Patienten mit Schlaganfall behandelt, ist eine der größten Schlaganfalleinheiten in Deutschland.