RKH Zukunftsprogramm: Drei starke Klinikstandorte im Landkreis Ludwigsburg für eine verlässliche Versorgung in der Region

Ludwigsburg, Bietigheim und Markgröningen erhalten klarere medizinische Profile – erste Zahlen zeigen, dass der eingeschlagene Kurs wirkt

Die RKH Gesundheit stellt die Krankenhausversorgung im Landkreis Ludwigsburg neu auf: Die drei Standorte Ludwigsburg, Bietigheim und Markgröningen sollen künftig noch klarere medizinische Rollen übernehmen, enger im Verbund zusammenarbeiten und so langfristig eine verlässliche Versorgung für die Menschen in der Region sichern. Zugleich setzt der Klinikverbund seine wirtschaftliche Stabilisierung fort. Mit dem Zukunftsprogramm reagiert die RKH Gesundheit auf wachsende finanzielle Belastungen, insbesondere durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, und verbindet medizinische Weiterentwicklung mit tragfähigen Strukturen.

„Baden-Württembergs größter kommunaler Anbieter stationärer Krankenhausleistungen mit über 2.500 Betten und rund 8.500 Mitarbeitenden leistet eine hervorragende Gesundheitsversorgung“, sagt Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Dietmar Allgaier. „Der Landkreis steht zu seinen Kliniken und damit zu einer verlässlichen Krankenhausversorgung für die Menschen in der Region. Unser Ziel ist, Ludwigsburg, Bietigheim und Markgröningen dauerhaft als leistungsfähige Klinikstandorte zu erhalten. Dafür entwickeln wir die Stärken der einzelnen Häuser gezielt weiter und bauen ihre Zusammenarbeit im Verbund aus.“

Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenspiel der drei Klinik-Standorte: Das RKH Klinikum Ludwigsburg soll vor allem als Akutkrankenhaus mit umfassender Notfallversorgung gestärkt werden. Das RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen wird für längere Behandlungsverläufe weiterentwickelt und soll künftig eine erweiterte Notfallversorgung einschließlich der Herzinfarktversorgung anbieten. Die RKH Orthopädische Klinik Markgröningen bleibt die hochspezialisierte Fachklinik für orthopädische Behandlungen.

Patientinnen und Patienten profitieren von spezialisierten medizinischen Schwerpunkten, klareren Zuständigkeiten und besser abgestimmten Behandlungswegen innerhalb des Klinikverbunds. Planbare Leistungen werden an allen drei Standorten weiterentwickelt. Medizinische Angebote, die im Verbund sinnvoll gebündelt werden können, sollen künftig stärker zusammengeführt werden. So entsteht eine Versorgung, die medizinische Qualität, verlässliche Erreichbarkeit und wirtschaftlich tragfähige Strukturen miteinander verbindet.

„Ludwigsburg, Bietigheim und Markgröningen bleiben Teil einer starken Versorgung im Landkreis – mit klaren Profilen und verlässlicher Qualität“, erklärt Dr. Marc Nickel, Sprecher der Gruppengeschäftsführung und Medizinischer Geschäftsführer. „Wir ordnen Leistungen, Strukturen und Ressourcen so, dass medizinische Qualität, gute Erreichbarkeit und wirtschaftliche Stabilität dauerhaft zusammenpassen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Sie erhalten am richtigen Standort die Behandlung, die zu ihrer Erkrankung und ihrem Versorgungsbedarf passt.“

Die bisherigen Leistungszahlen zeigen nach Angaben der Geschäftsführung, dass die Entwicklung in die richtige Richtung weist. Bei den RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim liegt die Zahl der Behandlungsfälle 6,1 Prozent über Plan, bei der RKH Orthopädischen Klinik Markgröningen 8,7 Prozent. „Diese Zahlen zeigen, dass klarere medizinische Profile die Leistungsfähigkeit der Standorte stärken können“, so Nickel.

Auch wirtschaftlich zeichnet sich eine schrittweise Stabilisierung ab. Das Jahresergebnis der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim verbesserte sich 2025 von minus 48,3 Millionen Euro auf minus 43,1 Millionen Euro. Für 2026 wird derzeit ein Ergebnis von rund minus 33,4 Millionen Euro erwartet – und damit eine weitere Verbesserung um etwa zehn Millionen Euro. Die RKH Orthopädische Klinik Markgröningen rechnet nach aktueller Prognose für 2026 mit einem Jahresergebnis von -1,5 Millionen Euro.

„Die Lage bleibt anspruchsvoll, aber unsere Maßnahmen wirken und der eingeschlagene Kurs trägt“, sagt Axel Hechenberger, Kaufmännischer Geschäftsführer. „Damit schaffen wir finanzielle Verlässlichkeit: Wir bauen Defizite ab und sichern Liquidität. Hinzu kommen gezielte Investitionen in die Zukunft der Versorgung. Deshalb prüfen wir fortlaufend, welche Maßnahmen greifen und wo wir nachsteuern müssen. Der finanzielle Rückhalt des Landkreises gibt uns Stabilität – ersetzt aber nicht die notwendige strukturelle Weiterentwicklung. Wirtschaftliche Stabilisierung und medizinische Weiterentwicklung gehören zusammen: Unsere Finanzsteuerung sichert die medizinische Strategie langfristig tragfähig ab.“

Ein wichtiger Baustein der medizinischen Weiterentwicklung ist die neue Fachabteilung für Onkologie, die am 1. Oktober 2026 unter der Leitung von Dr. Matthias Ulmer als Chefarzt starten soll. Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen sollen dort künftig ganzheitlich begleitet werden – von der Diagnosestellung über die Therapie bis zur Nachsorge und palliativen Versorgung. Im Mittelpunkt stehen moderne Krebsmedizin, wirksame Symptomkontrolle, Lebensqualität und eine umfassende psychosoziale Unterstützung.

Personelle Übergänge in der Urologie, der Gefäßchirurgie und der Geriatrie werden ebenso für die Entwicklung der medizinischen Schwerpunkte genutzt wie der anstehende Führungswechsel in der Allgemein- und Viszeralchirurgie. Prof. Dr. Thomas Schiedeck wird in Ludwigsburg die neue Rolle des Leitenden Ärztlichen Direktors übernehmen. In Bietigheim übernimmt Dr. Ulrich Gronwald, Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie, die leitende ärztliche Funktion. Gemeinsam mit Klinikgeschäftsführung und Pflegedirektion bilden sie an den Standorten jeweils ein Führungsteam. Entscheidungen sollen dadurch näher am Klinikalltag getroffen und verbindlicher umgesetzt werden.

Parallel dazu werden Ambulanzen umgebaut und modernisiert. Digitale Terminplanung und digitale Telefonassistenten sollen die Erreichbarkeit verbessern. In der Notfallversorgung wird die Zusammenarbeit der Notfallportalpraxen im Umfeld der Notaufnahmen weiter ausgebaut; bauliche Maßnahmen unterstützen zusätzlich die Abläufe. Patientinnen und Patienten können dadurch je nach Dringlichkeit schneller in das passende Versorgungsangebot geleitet werden.

Die Rahmenbedingungen bleiben nach Einschätzung der RKH Gesundheit dennoch angespannt. Zusätzliche Belastungen ergeben sich insbesondere durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Für die RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim wird daraus in den kommenden drei Jahren eine Mehrbelastung von rund 41,5 Millionen Euro erwartet, für die RKH Orthopädische Klinik Markgröningen von rund 10,5 Millionen Euro.

Allgaier sieht deshalb neben den Kliniken auch Bund und Land in der Verantwortung: „Unsere Kliniken stellen sich ihrer Aufgabe und entwickeln ihre Versorgung konsequent weiter. Damit diese Arbeit dauerhaft trägt, brauchen kommunale Krankenhäuser verlässliche gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen. Die kommunalen Träger können die strukturellen Probleme der Krankenhausfinanzierung nicht dauerhaft allein auffangen.“

„Die gesetzlichen Vorgaben belasten kommunale Krankenhäuser erheblich. Der Wandel ist anspruchsvoll, aber gestaltbar – mit sichtbaren Fortschritten und dem Ziel einer leistungsfähigen, zukunftsfesten und wettbewerbsfähigen Krankenhausversorgung“, ergänzt Nickel. „Deshalb entwickeln wir unsere Kliniken gezielt weiter: mit klaren medizinischen Schwerpunkten, tragfähigen Strukturen und einer Versorgung, die für die Menschen in der Region verlässlich bleibt.“

Weitere Maßnahmen und mögliche wirtschaftliche Effekte werden derzeit geprüft und sollen im Herbst beraten werden. Damit bleibt das Zukunftsprogramm ein laufender Prozess: Die RKH Gesundheit will ihre Klinikstandorte Schritt für Schritt so weiterentwickeln, dass medizinische Qualität, verlässliche Versorgung und wirtschaftliche Tragfähigkeit dauerhaft zusammenfinden.