
Das RKH Krankenhaus Mühlacker hat die Zertifizierung zum Zentrum für Alterstraumatologie erhalten. Dies bedeutet eine enorme Verbesserung in der Versorgung betagter Patienten nach einem Unfall mit Knochenbruch und stellt einen bedeutenden Schritt in der Patientenversorgung dar.
Die erfolgreiche Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) unterstreicht die vorbildliche Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachbereiche im RKH Krankenhaus Mühlacker. Dort arbeiten Unfallchirurgen, Altersmediziner, Physio- und Ergotherapeuten sowie spezialisierte Pflegekräfte Hand in Hand, um älteren Patienten eine umfassende und hochqualitative Versorgung zu bieten. Diese Patienten leiden ohnehin häufig unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen wie beispielsweise Arthrose, Osteoporose, Diabetes und Kreislaufproblemen. Je nach ihrer Gesamtverfassung kann es nach einem Knochenbruch deshalb passieren, dass sie körperlich rapide abbauen und die Muskulatur nur schwer wieder antrainiert werden kann.
Dr. Katja Grabenstein, die zuständige geriatrisch-internistische Oberärztin des Zentrums für Innere Medizin, freut sich: „Dank der herausragenden Zusammenarbeit ist es uns gelungen, sämtliche Kriterien der unabhängigen Zertifizierung zu erfüllen und die Versorgungsqualität betagter Patienten auf ein neues Niveau zu heben". Dies bedeutet, dass ältere Menschen, die in Mühlacker stürzen und sich am Knochen verletzen, nun eine maßgeschneiderte und effektive Behandlung erhalten, die darauf abzielt, ihre Mobilität und Selbstständigkeit bestmöglich wiederherzustellen.
Ziel ist es, einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit vorzubeugen, betagte Patienten möglichst ohne Einbußen an Gesundheit und Lebensqualität in ihren gewohnten Alltag zu entlassen und ihnen dabei alle Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen. „Die geriatrische Versorgung am Standort Mühlacker- Akutgeriatrische Alterstraumatologie und Geriatrische Rehabilitation - stellt ein überregionales Alleinstellungsmerkmal dar. Eine direkte Übernahme der Patienten in die geriatrische Rehabilitation ist bei Bedarf garantiert “, so Roman Dettmann, der als Ärztlicher Direktor für die Geriatrische Rehabilitationsklinik und die Akut-Geriatrie im Krankenhaus verantwortlich ist.
Die Zusammenarbeit der Abteilungen ermöglicht eine schnelle und effektive Mobilisation und Rehabilitation betagter Patienten. Noch am Tag nach der Aufnahme prüfen die Altersmediziner, ob die Patienten spezielle rehabilitative Maßnahmen, zusätzliche Therapien oder Unterstützung für die Zeit im Krankenhaus und nach der Entlassung benötigen. Während des Aufenthalts übernehmen die Altersmediziner die geriatrische Behandlung, um den häufigen, nach einer Operation auftretenden altersbedingten Komplikationen wie Verwirrtheit, Nieren- und Herzproblemen oder Infektionen vorzubeugen.
Speziell ausgebildete Pflegefachkräfte kümmern sich zusammen mit einer Betreuungskraft um die Patienten, wobei auf Bezugsperson und extra für die Alterstraumatologie Patienten bereitgestellte Zimmer Wert gelegt wird. In wöchentlichen Besprechungen erarbeiten die beiden Fachdisziplinen gemeinsam Behandlungs- und Therapiepläne für die Patienten. „Bei den Visiten sprechen wir Unfallchirurgen gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der Altersmedizin mit den Patienten und beurteilen dessen Heilungsfortschritte“, so der zuständige Oberarzt der Unfallchirurgie Amr Alnouri.
Durch die im Rahmen der Zertifizierung notwendige intensive Dokumentation und Bereitstellung von Daten in einem Alterstrauma-Register leistet das RKH Krankenhaus Mühlacker zudem einen Beitrag zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung in der Alterstraumatologie. Anhand der erhobenen Daten aus ganz Deutschland können Therapiekonzepte optimiert und die Patientenversorgung verbessert werden.