Mühlacker: Moderne Endoskopie stärkt medizinische Versorgung im Enzkreis

Krankenhaus Mühlacker erweitert diagnostisches Spektrum deutlich

Große Freude beim Durchschneiden des symbolischen roten Bands zur Eröffnung der neuen Endoskopie (von links): Dr. Rene Gulden, Fabian Bunzel, Daniela Lattuca, pflegerische Leitung, und Landrat Bastian Rosenau.

Das Krankenhaus Mühlacker hat seine Endoskopie umfassend saniert technisch auf den neuesten Stand gebracht und die Behandlungskapazitäten erweitert. Gleichzeitig wurden die Behandlungskapazitäten ausgebaut, um der gestiegenen Nachfrage nach spezialisierten, qualitativ hochwertigen endoskopischen Untersuchungen gerecht zu werden. Die Maßnahme wurde durch das Sozialministerium Baden-Württemberg mit 1.620.000 Euro gefördert – ein klares Signal für die Bedeutung des Standorts Mühlacker für die regionale Versorgung. 

„Mit der modernisierten Endoskopie stärken wir die wohnortnahe medizinische Versorgung im Enzkreis nachhaltig“, sagt Landrat Bastian Rosenau. „Gerade bei komplexen diagnostischen Fragestellungen ist es ein großer Gewinn, wenn Untersuchungen vor Ort durchgeführt werden können und Patientinnen und Patienten nicht in weiter entfernte Kliniken verlegt werden müssen.“

Neben den bisher möglichen Magen- und Darmspiegelungen (Gastroskopie und Koloskopie) sowie der Darstellung der Gallenwege (ERCP) umfasst das Angebot nun auch die komplette pneumologische Endoskopie. Dazu zählen Bronchoskopien inklusive Ultraschall, die sonografische Darstellung des Mediastinums sowie die Diagnostik zentraler und peripherer Lungenveränderungen. Darüber hinaus wurde die gastroenterologische Diagnostik durch Endosonografie und Kapselendoskopie zur Dünndarmdiagnostik erweitert. In Kombination mit der interventionellen Sonografie lassen sich damit nahezu alle soliden Organe gezielt untersuchen.

Klinikgeschäftsführer Fabian Bunzel betont die strategische Bedeutung der Investition: „Die Sanierung und Erweiterung der Endoskopie ist ein zentraler Baustein unserer Standortentwicklung in Mühlacker. Sie erhöht nicht nur die medizinische Leistungsfähigkeit, sondern verbessert auch Abläufe, Effizienz und Patientensicherheit. Auch das MVZ Gastroenterologie profitiert unmittelbar von den verbesserten Behandlungsmöglichkeiten: Ambulante Diagnostik und stationäre Versorgung greifen künftig noch enger ineinander – zum Vorteil kurzer Wege, schneller Abstimmung und einer Versorgung aus einer Hand. “

Im Zuge der baulichen Sanierung wurden zwei große, voll ausgestattete Endoskopieräume geschaffen sowie ein dritter Raum für isolierte Untersuchungen etabliert. Moderne Ampelsysteme, neue Prozessor- und Monitoranlagen mit 4K-HD-Endoskopiemonitoren sowie eine KI-gestützte Polypendetektion bei der Koloskopie sorgen für höchste diagnostische Qualität. Ergänzt wird die Ausstattung durch neue Geräte für Lungenfunktionsdiagnostik wie Bodyplethysmographie und Spiroergometrie.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Endoskopaufbereitung. Mit neuen, leistungsstarken Reinigungs- und Trocknungssystemen konnte die Hygiene deutlich verbessert und die Durchlaufzeiten erheblich verkürzt werden.

„Der Umbau der Endoskopie ist für das Krankenhaus Mühlacker ein echter Meilenstein“, sagt der Ärztliche Direktor und stellvertretender Leiter des Zentrums für Innere Medizin, Dr. René Gulden. „Durch die Kombination aus sanierten Räumen, hochmoderner Medizintechnik und exzellenter Aufbereitung können wir heute ein diagnostisches Spektrum anbieten, das es in dieser Form hier bisher nicht gab. Damit erfüllen wir den Wunsch vieler Patientinnen und Patienten aus der Region, medizinisch auf hohem Niveau vor Ort behandelt zu werden.“ Zugleich dankt er dem Endoskopieteam, das den Umbauprozess engagiert begleitet und die neuen Verfahren erfolgreich etabliert hat.

Aktuell werden im Krankenhaus Mühlacker rund 2.800 Endoskopien pro Jahr durchgeführt, darunter zunehmend Bronchoskopien und Endosonografien. In den kommenden Jahren rechnet das Krankenhaus mit einem deutlichen Zuwachs. Durch enge Kooperationen innerhalb der RKH Gesundheit sowie mit benachbarten Kliniken trägt die erweiterte Endoskopie dazu bei, Versorgungsstrukturen regional zu stärken, Verlegungen zu vermeiden und die medizinische Qualität im Enzkreis weiter auszubauen.