Die Diagnose Lungenkrebs stellt Betroffene und ihre Angehörigen von einem Moment auf den anderen vor viele Fragen. Welche Behandlung ist die richtige? Ist eine Operation möglich? Kommen eine medikamentöse Therapie oder Bestrahlung infrage? Und wer koordiniert die verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten, die an der Behandlung beteiligt sind? Genau hier setzt das Lungenkrebszentrum Südwest an: Es bündelt die Expertise verschiedener medizinischer Fachrichtungen und mehrerer Klinikstandorte, um Patientinnen und Patienten eine abgestimmte Diagnostik und Behandlung zu ermöglichen.
Nun hat das standortübergreifende Lungenkrebszentrum erneut die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erhalten und gleichzeitig seinen Verbund erweitert. Neben dem RKH Klinikum Ludwigsburg, dem Klinikum Esslingen und dem ALB FILS KLINIKUM Göppingen gehört jetzt auch die medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT zum zertifizierten Zentrum. Damit arbeiten vier Klinikstandorte unterschiedlicher Träger in der Versorgung von Menschen mit Lungenkrebs eng zusammen. Jährlich werden im Lungenkrebszentrum Südwest mehr als 500 Patientinnen und Patienten mit einer entsprechenden Tumorerkrankung behandelt. Damit zählt das Lungenkrebszentrum Südwest zu den größten Lungenkrebszentren in Deutschland.
Spezialisierte Expertise über Klinikgrenzen hinweg
Die Behandlung von Lungenkrebs ist komplex und erfordert das Wissen unterschiedlicher Fachrichtungen. Zu den Hauptbehandlungspartnern eines zertifizierten Lungenkrebszentrums gehören unter anderem Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie. Ein wichtiger Bestandteil ist die interdisziplinäre Tumorkonferenz. Dort beraten die beteiligten Spezialistinnen und Spezialisten gemeinsam über die Erkrankung und die individuell geeigneten Behandlungsmöglichkeiten.
Die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft ist an definierte fachliche und qualitative Anforderungen geknüpft. Dazu gehören unter anderem die Zusammenarbeit qualifizierter Fachdisziplinen, festgelegte Behandlungsabläufe und Mindestfallzahlen. Die Einhaltung der Anforderungen wird regelmäßig überprüft.
„Kooperationen und Vernetzung sind für uns ein entscheidender Baustein einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung. Im Lungenkrebszentrum Südwest bringen Spezialistinnen und Spezialisten ihre jeweilige Expertise über Klinik- und Trägergrenzen hinweg zusammen. Mit nun vier Standorten können wir diese Zusammenarbeit weiter stärken und Patientinnen und Patienten eine eng abgestimmte Versorgung von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge anbieten“, sagt Dr. Matthias Ulmer, ärztlicher Leiter des Lungenkrebszentrums am RKH Klinikum Ludwigsburg und ärztlicher Leiter des Krebszentrums Nord-Württemberg.
Mehr als die eigentliche Krebstherapie
Zu einer umfassenden Versorgung gehört dabei mehr als die medizinische Behandlung des Tumors. Patientinnen und Patienten können im Zentrum je nach individuellem Bedarf auch von weiteren spezialisierten Angeboten profitieren. Dazu zählen beispielsweise onkologische Fachpflege, Atemtherapie, Sozialdienst und Brückenpflege. Auch palliativmedizinische Angebote und weitere unterstützende Dienste sind in das Netzwerk eingebunden.
Am RKH Klinikum Ludwigsburg arbeiten die verschiedenen Fachrichtungen rund um Lungenerkrankungen bereits eng zusammen. Neben der Pneumologie sind unter anderem Onkologie, Thoraxchirurgie, Radioonkologie und Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie an der Versorgung beteiligt. Fachübergreifende Besprechungen ermöglichen eine enge Abstimmung auch bei komplexen Krankheitsverläufen.
Gemeinsam für eine abgestimmte Versorgung
Mit der Aufnahme der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT wächst das Lungenkrebszentrum Südwest weiter. Die Kooperation ermöglicht es, Kompetenzen und spezialisierte Angebote der einzelnen Partner miteinander zu verbinden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies, dass bei der Planung ihrer Behandlung die Expertise eines großen, standortübergreifenden Netzwerks einbezogen werden kann.
Gleichzeitig bleibt die Versorgung regional verankert: Wo immer es medizinisch sinnvoll und möglich ist, können Diagnostik, Behandlung und Nachsorge wohnortnah erfolgen. Sind für einzelne Behandlungsschritte besondere Kompetenzen eines anderen Standorts erforderlich, können diese innerhalb des Verbunds koordiniert werden.