In seiner jüngsten Sitzung hat der Aufsichtsrat der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim einen Stopp der bisherigen Planungen zum Anbau und Neubau am RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen beschlossen. Von diesem Baustopp sind beispielsweise der geplante Anbau für die Bettenstationen, der Umbau der Zentralen Notaufnahme und der Radiologie auf einer Ebene sowie der Bau eines Hubschrauberlandeplatzes auf dem Dach des Neubaus betroffen. Das Gremium traf diese Entscheidung vor dem Hintergrund, dass über die Auswirkungen der durch Gesundheitsminister Lauterbach verkündeten Krankenhausreform auf die einzelnen Krankenhäuser noch keine Klarheit besteht.
Bund und Länder hatten sich zwar am 10. Juli auf die Eckpunkte für die Gesundheitsreform geeinigt, aber viele Inhalte der Krankenhausreform, die ab 1. Januar 2024 in Kraft treten soll, sind im Detail noch nicht endgültig festgelegt und werden derzeit erarbeitet. So wird ein bundeseinheitlich festgelegter Katalog mit Qualitäts- und Strukturdaten wie beispielsweise Leistungszahlen, Ausstattung und Personal entwickelt und einzelne Krankenhausleistungen zu Leistungsgruppen zusammengefasst. Auf dieser Grundlage können die Länder dann die Leistungsgruppen auf die verschiedenen Krankenhäuser verteilen und die jeweiligen Kliniken dann diesen Levels zuordnen. Sobald Klarheit über die Details der Krankenhausreform und deren Auswirkung auf die einzelnen Krankenhäuser und ihre medizinischen Fachabteilungen besteht, wird das weitere Vorgehen festgelegt. Die notwendigen Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen werden unabhängig von dieser Entscheidung vorangetrieben.
„Da wir das zukünftige Bietigheimer Krankenhaus nicht auf Sand bauen, sondern auf einem festen Fundament errichten wollen, haben wir die Planung zunächst gestoppt. Sobald die Details der Krankenhausreform vorliegen, werden die Landkreise und Aufsichtsräte der RKH Gesundheit alle wichtigen Projekte neu bewerten und anpassen“, sagt Landrat Dietmar Allgaier, Vorsitzender des Kliniken-Aufsichtsrats. Prof. Dr. Jörg Martin, Geschäftsführer der RKH Gesundheit ergänzt: „Im Hinblick auf die geplante Krankenhausreform der Bundesregierung sind wir gut vorbereitet. Schon vor mehreren Jahren haben wir mit der Schließung der kleinen Krankenhäuser in Vaihingen und Marbach, der Entwicklung eines medizinischen Konzepts mit Schwerpunktbildung über die drei Landkreise hinweg und dem Einsatz von Telemedizin eine gute Basis geschaffen.“ Dennoch muss eine so weitreichende Planung wie der An- und Neubau des RKH Krankenhauses Bietigheim-Vaihingen die Vorgaben der Krankenhausreform berücksichtigen.