
Ein plötzliches Engegefühl in der Brust, starke Schmerzen, Atemnot: bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Je schneller ein verschlossenes Herzkranzgefäß wieder geöffnet und der Herzmuskel mit Blut versorgt werden kann, desto besser sind die Chancen, bleibende Schäden zu begrenzen. Für die Menschen im Landkreis Ludwigsburg steht dafür rund um die Uhr eine spezialisierte kardiologische Notfallversorgung zur Verfügung. Jetzt investiert das RKH Klinikum Ludwigsburg erneut in diese Versorgung und erneuert eines seiner vier Herzkatheterlabore.
Wie wichtig eine leistungsfähige Herzmedizin ist, zeigen die Zahlen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weiterhin zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Nach dem Deutschen Herzbericht waren sie 2023 für 28,5 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Allein 43.839 Menschen starben in diesem Jahr an einem akuten Herzinfarkt.
Im RKH Klinikum Ludwigsburg gehört die Versorgung kardiologischer Notfälle zu den medizinischen Schwerpunkten. Die Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin unter Leitung des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Christian Wolpert behandelt insbesondere Menschen mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) und Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und verfügt darüber hinaus über einen großen elektrophysiologischen Bereich. Eine wichtige Rolle in der kardiologischen Notfallversorgung spielt dabei die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifizierte Chest Pain Unit des Klinikums. Sie ist auf die schnelle Abklärung von Patientinnen und Patienten mit akut aufgetretenen Brustschmerzen spezialisiert.
Allein im Jahr 2025 wurden im Klinikum 1.167 Herzinfarkte behandelt. Bezogen auf die Zahl der Behandlungen ist das Klinikum damit bundesweit eines der größten Zentren. Die Behandlungsergebnisse werden durch die Datenerhebungen der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) transparent gemacht und mit rund 420 Krankenhäusern und Universitätsklinika in Deutschland und der Schweiz verglichen. In dieser Auswertung war Ludwigsburg unter den größten fünf Häusern. Nach den Auswertungen der IQM liegt das RKH Klinikum Ludwigsburg mit einer Sterblichkeit von nur rund fünf Prozent in der Spitzengruppe dieser Krankenhäuser.
„Wer mit einem Herzinfarkt zu uns kommt, befindet sich in einer Situation, in der es auf schnelles und eingespieltes Handeln ankommt. Unsere Patientinnen und Patienten können sich darauf verlassen, dass hier rund um die Uhr ein erfahrenes Team und die notwendige Infrastruktur für die Behandlung kardiologischer Notfälle bereitstehen. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit den Rettungsdiensten, der Leitstelle und den niedergelassenen Kardiologinnen und Kardiologen zusammen. Diese Verbindung aus Erfahrung, Spezialisierung, guter Vernetzung und hochmoderner Medizintechnik ist für die Herzversorgung der Menschen in unserer Region von großer Bedeutung“, sagt Prof. Dr. Christian Wolpert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin am RKH Klinikum Ludwigsburg.
Vier Herzkatheterlabore für planbare Eingriffe und Notfälle
Eine Besonderheit des Klinikums sind seine vier Herzkatheterlabore. Drei davon können für länger dauernde Herzgefäßinterventionen, elektrophysiologische Eingriffe bzw. Schrittmacher-Operation oder Herzklappeneingriffe genutzt werden, während parallel ein weiteres Labor für die zahlreichen kardiologischen Notfälle zur Verfügung steht. Dadurch können auch mehrere Herzinfarktbehandlungen an einem Tag durchgeführt werden.
In den vergangenen Jahren hat das Klinikum seine medizintechnische Ausstattung in der Kardiologie schrittweise erneuert. Vor vier Jahren wurde ein neues Herzkatheterlabor installiert, zwei weitere wurden vor zwei Jahren erneuert. Nun folgt das vierte Labor.
Nach Abschluss der im März gestarteten Planungen für den Austausch des vierten Herzkatheterlabors haben am 10. August die baulichen Arbeiten mit der technischen Installation und elektrischen Verkabelung begonnen. Die neue Anlage, in die das Klinikum knapp 500.000 Euro investiert, wurde Anfang September aufgebaut und wird Ende September in Betrieb genommen.