Förderverein Palliativmedizin ermöglicht feste psychoonkologische Versorgung auf der Palliativstation im Klinikum

Ganzheitliche Begleitung, individuelle Gespräche und ein offenes Ohr für Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung und deren Angehörige

(von links): Dr. Minha Lim-Wertenauer und Dr. Matthias Ulmer

Der Förderverein Palliativmedizin am RKH Klinikum Ludwigsburg hat einen entscheidenden Beitrag für die Versorgung schwerkranker Menschen geleistet: Nur durch seine gezielte Finanzierung konnte am Krebszentrum Nord-Württemberg eine fest zugeordnete psychoonkologische Betreuung für die Palliativstation geschaffen werden. Damit wird Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung sowie deren Angehörigen eine kontinuierliche und qualifizierte psychologische Begleitung angeboten.

Mit Dr. Minha Lim-Wertenauer, zertifizierte Psychoonkologin, ist diese besondere Form der Unterstützung nun fest auf der Palliativstation verankert. Im Mittelpunkt steht dabei, körperliche Beschwerden zu lindern, psychische Belastungen zu reduzieren und die Lebensqualität in allen Krankheitsphasen zu verbessern.

„Krebs betrifft nicht nur den Körper, sondern auch das seelische Gleichgewicht, die Familie und den gesamten Alltag“, erklärt Dr. Lim-Wertenauer. Die Psychoonkologie setzt genau hier an: Sie unterstützt dabei, Ängste, Unsicherheiten, Trauer oder Überforderung zu bewältigen, hilft beim Umgang mit der Diagnose, bei der Entscheidungsfindung und in schwierigen Gesprächen mit Ärztinnen und Ärzten. Ziel ist es, psychische Belastungen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern – auch in herausfordernden Zeiten.

Eine umfassende psychoonkologische Versorgung durch das Team um Dr. Janina Kant gibt es am RKH Klinikum Ludwigsburg bereits seit vielen Jahren, jedoch nicht fest der Palliativstation zugeordnet. Dank des Fördervereins ist nun aber eine kontinuierliche Präsenz gewährleistet – mit kurzen Wegen, einer vertrauten Ansprechpartnerin und enger Zusammenarbeit mit Pflege, Medizin, Seelsorge, Sozialdienst und Therapeuten. Dr. Lim-Wertenauer vernetzt sich zudem mit Hospizen, der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), Selbsthilfegruppen, Pflegeheimen und niedergelassenen Psychotherapeuten im Landkreis.

„Es darf alles gesagt – aber auch geschwiegen werden“, betont Dr. Lim-Wertenauer. „Gerade für Angehörige ist der Zugang zur psychologischen Begleitung oft leichter, wenn er behutsam und ohne große Hürden erfolgt. Wir unterstützen sie dabei, mit der belastenden Situation umzugehen – sei es in der Phase der Anpassung, der Trauer oder im Umgang mit der bevorstehenden Trennung.“ Offenheit, Achtsamkeit und Selbstbestimmung stehen im Mittelpunkt ihrer Gespräche, in denen das individuelle Tempo der Patientinnen, Patienten und Angehörigen berücksichtigt wird.

Auch sogenannte „Advance Care Planning“-Gespräche, also frühzeitige Gespräche über Wünsche, Werte und Behandlungsziele, können professionell begleitet werden – mit dem Ziel, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, eine würdevolle Lebensgestaltung zu ermöglichen und unnötige Behandlungen und Belastungen zu vermeiden.

Neben Einzel- und Gruppengesprächen nach Terminvereinbarung bietet die Psychoonkologie symptomlindernde Leistungen wie Entspannungstechniken, Atem- und Imaginationsübungen, kreative Methoden und achtsamkeitsbasierte Ansätze. Auch für Angehörige gibt es eigene Begleitangebote – von Entlastungsgesprächen bis zur Vermittlung weiterführender Hilfen.

Dr. Lim-Wertenauer bringt neben ihrer medizinischen Ausbildung und Promotion in Tübingen vielfältige Zusatzqualifikationen mit – unter anderem in Kunsttherapie und verschiedenen psychotherapeutischen Methoden. Für Patientinnen, Patienten und Angehörige bedeutet das: ein ganzheitliches Angebot, das stärkt, auffängt und begleitet – in jeder Phase der Erkrankung.

„Unser Ziel ist es, Menschen mit Krebserkrankung in ihrer Gesamtheit zu sehen – nicht nur medizinisch, sondern auch emotional, familiär, spirituell und sozial. Diese neue psychoonkologische Versorgung ergänzt unsere medizinische Kompetenz um eine wichtige menschliche Dimension“, betont Dr. Matthias Ulmer, Ärztlicher Leiter des Krebszentrums Nord-Württemberg im RKH Klinikum Ludwigsburg.

Frank Ohi, Regionaldirektor, betont: „Diese feste psychoonkologische Versorgung ist eine wertvolle Ergänzung zur medizinischen Arbeit. Wir sind dem Förderverein Palliativmedizin außerordentlich dankbar, dass er diese wichtige menschliche Dimension ermöglicht.“