
Eines von 750 Neugeborenen kommt mit einem Klumpfuß zur Welt. Die Klumpfuß-Deformität zählt mit etwa 200.000 neuen Fällen pro Jahr zu einer der häufigsten angeborenen Fehlstellungen weltweit. Unbehandelt können diese Kinder niemals richtig Laufen lernen. Dies führt neben einer Stigmatisierung vor allem zu Armut, Vernachlässigung und Isolation. Eine Teilhabe am Arbeitsmarkt ist zumeist ausgeschlossen.
Während man früher die Fehlstellung mit zumeist mehreren, umfangreichen Operationen zu korrigieren versuchte, gelingt dies heute sehr viel einfacher und zugleich zuverlässiger auf konservativem Wege. In den entwickelten Ländern haben alle Betroffenen - wie selbstverständlich - Zugang zu dieser effektiven Behandlung. In vielen anderen Ländern, wie beispielsweise in Brasilien, in denen die Klumpfuß-Deformität ohnehin viel häufiger auftritt, ist dies nicht der Fall.
Seit einigen Jahren hat ein gemeinnütziges Projekt von Dr. Ulrich Gronwald, Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen, und weiteren Projektpartnern zum Ziel, betroffenen Familien in Brasilien den Zugang zu dieser effektiven, konservativen Therapie zu ermöglichen.
Um zusätzliche finanzielle Mittel für dieses gemeinnützige Projekt zu sammeln, wird am 17. November 2023 eine Benefiz-Kunstauktion im Bietigheimer Krankenhaus veranstaltet. Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing versteigert ab 18.30 Uhr insgesamt 46 Kunstwerke von Christian Kruck (1925-1985).
Christian Kruck war einer der stillen Künstler im Lande, aber ein großartiger Grafiker. Erich Heckel und Otto Dix waren von seinen Lithografien und noch mehr von seinen technischen Fähigkeiten beeindruckt. Er druckte für sie und wurde akademischer Lehrer am „Städel“, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt a. M.. Seine Farblithografien, in denen der Süden unserer Welt glüht, nannte er „Steindruckmalerein“. Er war in der Lage, mit dem Stein so zu drucken, wie Nolde in seinen Aquarellen malt. Nicht umsonst erhielt er den Senefelder-Preis und auch den Preis Henry Kahnweiler. Seine leuchtenden Landschaften sind expressiv und realistisch zugleich. Es gelingt ihm wie selten einem Maler, den schmalen Grat der Schönheit zu balancieren, ohne kitschig zu werden. Seine aufwändigen Druckverfahren erlaubten es ihm jedoch, nur eine bestimmte Anzahl an Grafiken zu gestalten, die größten Blätter nur in kleinsten Auflagen von 10 bis 15 Exemplaren, wobei sich der eine Druck vom anderen wesentlich unterscheiden kann. Als Kruck gerade einmal sechzigjährig an Krebs starb, hinterließ er ein Werk, das immer wieder zu entdecken sich lohnt.
Ein besonderer Teil seiner Werke wird vor der Benefiz-Auktion in den Räumlichkeiten des RKH Krankenhauses Bietigheim-Vaihingen in der Riedstraße 12 in Bietigheim-BIssingen in einer Ausstellung zu sehen sein. Die Ausstellung wird am 20. Oktober um 19.00 Uhr von Landrat Dietmar Allgaier eröffnet.
Zu beiden Veranstaltungen sowie zur Besichtigung der Exponate sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.