Architekt der verbundweiten Laboratoriumsmedizin: Prof. Hannsjörg Baum geht in den Ruhestand

Professor Dr. Hannsjörg Baum entwickelte eine leistungsfähige Laborstruktur in drei Landkreisen als Säule für eine moderne Medizin

Verabschiedung Prof. Dr. Baum – Landrat Dietmar Allgaier (links), Ärztlicher Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin und Transfusionsmedizin, Prof. Dr. med. Hannsjörg Baum (mitte) und Gruppengeschäftsführer Dr. Marc Nickel (rechts)

Nach fast zwei Jahrzehnten an der Spitze des Instituts für Laboratoriumsmedizin und Transfusionsmedizin wird Professor Dr. Hannsjörg Baum aus dem RKH-Klinikverbund verabschiedet. Unter seiner Leitung entstand seit seinem Amtsantritt im Jahr 2006 eine verbundweite, moderne Laborstruktur für die Klinikstandorte in den drei Landkreisen Ludwigsburg, Enzkreis und Karlsruhe.

Als Baum nach Ludwigsburg kam, befand sich der neu gegründete Klinikverbund noch im Aufbau. Unterschiedliche Strukturen in den einzelnen Häusern mussten zusammengeführt und zukunftsfähig organisiert werden. Unter seiner Leitung wurden die ursprünglich eigenständigen Labore der verschiedenen Klinikgesellschaften schrittweise vereinheitlicht und zu einer gemeinsamen Struktur für mehrere Landkreise ausgebaut. Auch das zuvor über einen Fremdanbieter ausgelagerte Labor des RKH Klinikums Ludwigsburg wurde wieder in den eigenen Verantwortungsbereich integriert.

Ein zentraler Schritt war dabei die Standardisierung der Analytik an allen Standorten. Heute arbeiten die Labore des Verbunds mit einheitlichen Geräten, Messverfahren und Reagenzien. Das ermöglicht vergleichbare Ergebnisse, hohe Prozesssicherheit und eine zuverlässige diagnostische Versorgung für alle Kliniken.

Landrat Dietmar Allgaier würdigte diese Aufbauarbeit als entscheidend für die Entwicklung des Klinikverbunds: „Sie haben die ursprünglich eigenständigen Labore der einzelnen Klinikgesellschaften Schritt für Schritt zusammengeführt und damit erstmals eine einheitliche, leistungsfähige Laborstruktur für den gesamten Klinikverbund geschaffen. Sie haben die Holding mit Leben gefüllt“.

Neben der strukturellen Entwicklung wurde auch die Zusammenarbeit mit der ambulanten Versorgung gestärkt. Dank der seit 2006 bestehenden KV-Zulassung von Professor Baum, die in das 2014 gegründete Medizinische Versorgungszentrum für Laboratoriumsmedizin in Ludwigsburg überging, öffnete sich das Institut auch für diagnostische Leistungen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Zudem entstanden Kooperationen mit anderen großen medizinischen Einrichtungen, etwa mit dem Klinikum Stuttgart.

Unter Baums Leitung wurde das Institut kontinuierlich modernisiert. Neue diagnostische Verfahren wurden eingeführt, der Gerätepark regelmäßig erneuert und moderne Messmethoden etabliert. Parallel dazu engagierte sich Baum in nationalen und internationalen Fachgesellschaften, in der Qualitätssicherung sowie in der Ausbildung des labormedizinischen Nachwuchses.

RKH-Geschäftsführer Dr. Marc Nickel betonte die Bedeutung der Laboratoriumsmedizin für die Patientenversorgung: „Sie haben diese Rolle nie als Dienstleistung im Hintergrund verstanden, sondern als medizinischen Partner auf Augenhöhe mit den klinischen Fächern.“

Auch persönlich prägte Baum den Verbund über viele Jahre hinweg. Regelmäßige Fahrten zwischen den Standorten in Ludwigsburg, Mühlacker, Bretten, Bruchsal und Bietigheim gehörten für ihn zum Arbeitsalltag. Insgesamt legte er dabei rund 180.000 Kilometer zurück – ein eindrucksvolles Zeichen seines Einsatzes für die Zusammenarbeit im Klinikverbund.

Mit seinem Engagement hat Professor Baum die Grundlage für eine moderne, verlässliche Laborstruktur geschaffen, auf der der RKH Klinikverbund auch künftig aufbauen kann.

Foto: RKH Gesundheit – Fotograf: Benjamin Stollenberg