Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie in Ludwigsburg

Die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie ist Bestandteil des Zentrums für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, welches die anästhesiologischen Kliniken in Ludwigsburg, Bietigheim, Marbach am Neckar, Vaihingen an der Enz, Markgröningen, Mühlacker, Neuenbürg, Bretten und Bruchsal umfasst.

Ein Team aus ca. 80 Ärztinnen und Ärzten sowie über 120 Mitarbeitern aus dem Pflegebereich betreut hier jährlich ca. 25.000 Patienten in 21 OP-Sälen, 3 Aufwachräumen zwei Intensivstationen.

Die Aufrechterhaltung höchster Sicherheitsstandards, kombiniert mit modernsten Behandlungsverfahren garantiert eine hochqualifizierte Versorgung der uns anvertrauten schwerst erkrankten und -verletzten Patienten.
* Kennzahlen für Intensivstation 3.A

Leistungsspektrum

Die Leistungen unserer Klinik beruhen auf folgende Säulen:

  • Methoden der Schmerzausschaltung (Anästhesie)
  • OP-Bereich
  • Intensivmedizin
  • Schmerztherapie (Analgesie)
  • Notfallmedizin
  • Katastrophenmedizin

Anästhesie allgemein

Bei Intubationsnarkosen kommen alle gängigen Opiate und Inhalationsanästhetika zum Einsatz. An "gasfreien" Arbeitsplätzen werden totalintravenöse Anästhesien  (TIVA/TCI) durchgeführt. Zur Überwachung der Tiefe der Analgosedierung wird der BIS (Bispektraler Index) erfasst. Bei Anwendung von Muskelrelaxantien wird grundsätzlich akzelerographisch relaxometriert.

Neben rückenmarksnahen Regionalanästhesien (thorakale und lumbale Perduralanästhesie, Spinalanästhesie), auch bei Neonaten, wird ein breites Spektrum von peripheren Leitungsanästhesien, häufig als Kathetertechnik praktiziert: Interskalenärer Block, Plexusaxillaris-Block, 3 in 1-Block, proximaler und distaler N. ischiadicus-Block sowie Fußblock kommen in allen Altersgruppen zum Einsatz.

Die sonographisch gesteuerte Punktion zentraler Venen und die ultraschallgestützte Anlage von Nervenblockaden an der oberen und unteren Extremität werden routinemäßig praktiziert.

Anästhesie in der Neurochirurgie

Neben den klassischen Eingriffen an der Wirbelsäule (Lumbalkanalstenosen, Bandscheibenoperationen) werden bei uns auch zahlreiche intrakranielle Operationen durchgeführt. Dazu zählt vor allem Tumorchirurgie, Clipping der intrakraniellen Aneurysmen, Rekonstruktionen der Schädelbasis sowie operative entlastende Eingriffe bei intrakraniellen Blutungen.

Anästhesie bei Kindern

Die Anästhesiologische Klinik führt im Jahr ca. 1.500 Kinderanästhesien durch. Neben der Allgemeinanästhesie für operative Eingriffe in den einzelnen Fachdisziplinen führen wir Analgosedierungen  für diagnostische und interventionelle Verfahren durch. Betreut werden Kinder aller Altersstufen, vom Frühgeborenen bis zum Jugendlichen, durch speziell geschulte und in der Kinderanästhesie erfahrene Anästhesisten.

Anästhesie in der Gynäkologie

Bei 2.500 Geburten, 750 Kaiserschnitten und 550 Periduralkathetern zur geburtshilflichen Analgesie stellt die Tätigkeit im Kreißsaal und die geburtsbegleitende Betreuung unserer Patientinnen einen besonderen Tätigkeitsschwerpunkt unserer Klinik dar. Das Spektrum der Gynäkologie umfasst Operationsverfahren von Tumorchirurgie mit Schwerpunkt von Brust- und Genitalkrebs-Operationen, endoskopische Operationen jeglicher Art und anästhesiologische Leistungen in der Geburtshilfe.

Die anästhesiologische Betreuung der Patientinnen in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zielt insbesondere darauf ab, schonende und gut verträgliche Anästhesien durchzuführen. Mit einem perioperativen Schmerztherapiekonzept bemühen wir uns, besonders bei großen gynäkologischen Eingriffen, eine suffiziente postoperative Analgesie zu erzielen.

OP-Bereiche

Anästhesiepflege

Die Anästhesiepflegeabteilung betreut gemeinsam mit den Anästhesisten die Patientenversorgung bei allen Narkoseverfahren, der Elektiv- und Notfallversorgung sowie der Schmerztherapie. Die Patientenversorgung umfasst die gesamten Prozess rund um die Operation, von der präoperativen Vorbereitung bis zur postoperativen Nachsorge der Patienten. Hier spielt insbesondere die Schmerzvisite durch qualifizierte Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Die Anästhesiepflege betreut stationäre und ambulante Patienten aller Altersgruppen und chirurgischen Fachdisziplinen. Das Patientenwohl, der Patientenkomfort und die Patientensicherheit stehen dabei im Mittelpunkt.

Im Rahmen der überregionalen Polytraumaversorgung aber auch bei innerklinischen Notfällen kommt der Notfallkompetenz des Anästhesieteams am Klinikum Ludwigsburg eine besondere Bedeutung zu. Die Anästhesieabteilung ist mit allen modernen Geräten zur Patientenüberwachung, Narkoseführung, Regionalanästhesie, Notfallbehandlung und Schmerztherapie ausgestattet.

Für neue Mitarbeiter und Weiterbildungsteilnehmer bieten wir viele interessante Lernangebote rund um die moderne Anästhesiologie, strukturierte Einarbeitungskonzepte und ein erfahrenes Team von Praxisanleitern. Zudem wird auf Wunsch auch eine Rotation der Ärzte und Pflegekräfte mit der interdisziplinären Intensivstation ermöglicht.

Bereichsleitung OP/Anästhesie

Magnus Schlam
B.A. Management für Gesundheits- und Pflegeberufe
Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie
Tel. 07141-99-96344
E-Mail: magnus.schlam(at)rkh-gesundheit.de

Stellvertretende Bereichsleitung, Bereich Anästhesie

Lydia Kleiber
Tel. 07141-99-96348
E-Mail: lydia.kleiber(at)rkh-gesundheit.de

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OP-Funktionsdienst

Die Abteilung OP-Funktionsdienst betreut gemeinsam mit den chirurgischen Fachdisziplinen die operative Patientenversorgung. Dies umfasst alle perioperativen Maßnahmen zur fachgerechten und sicheren Patientenversorgung, der Assistenz und Mitarbeit bei den Eingriffen und Prozeduren und der umfangreichen Verantwortung für eingesetzte Instrumentarien und Medizinprodukte. Die OP-Pflege und OTA Kräfte arbeiten hierbei in der Betreuung stationärer und ambulanter Patienten aller Altersgruppen und aller chirurgischer Fachdisziplinen mit.

Der Zentral-OP besteht aus 17 OP-Sälen, mit angegliedertem ambulanten OP-Zentrum und umfasst die  Fachabteilungen: Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie/ Traumatolgie, Gynäkologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie und Urologie. In einem weiteren OP-Bereich werden HNO/ Augen/ Mund-Kiefer-Gesichts-Operationen betreut.

Unser Anspruch ist eine umfassende pflegerisch-medizinische Versorgung der Patienten rund um die Uhr mit der bestmöglichen Qualität. Dazu bieten wir den Mitarbeitern die Weiterbildung für Pflege im Operationsdienst, jährliche OTA Ausbidungsplätze und neuen Mitarbeitern eine strukturierte Einarbeitung und Praxisanleitung. Zusätzlich unterstützt wird das OP-Team durch Schleusenassistenten, Mitarbeiter für die Bestellung und Logistik sowie Versorgungsassistenten.

Praxisanleitung und Ausbildungsverantwortung:

Anja Mehnert & derzeit 13 Praxisanleiter in den OP-Bereichen

Bereichsleitung OP/Anästhesie

Magnus Schlam
B.A. Management für Gesundheits- und Pflegeberufe
Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie
Tel. 07141-99-96344
E-Mail: magnus.schlam(at)rkh-gesundheit.de

Stellvertretende Bereichsleitung, Bereich OP

Birka Torster-Schneider
Fachkrankenschwester für den Operationsdienst
Tel.: 07141-99-66935
E-Mail: birka.torster-schneider(at)rkh-gesundheit.de

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Intraoperatives Neuromonitoring (IONM)

Der Begriff IONM (intraoperatives Neuromonitoring) steht für die Überwachung des Zentralnervensystems und einzelner Nerven während einer Operation und der damit verbundenen Lagerung. Bei Ihrem operativen Eingriff befinden sich Nerven oder Nervenbahnen im oder nahe dem Operationsgebiet. Damit besteht die Gefahr, dass diese direkt verletzt oder beeinträchtigt werden. Dies kann Nervenschäden und Ausfallerscheinungen zur Folge haben (z.B. Störungen bei Empfindung, Muskelkraft, Hören, Sehen). Desweiteren können Minderdurchblutungen am Gehirn, bei Operationen an den zuführenden Gefäßen erkannt werden (Ischämiedetektion).

Mit speziellen Elektroden (in der Regel dünne Nadeln, Sonden), die in Narkose durch den Neuromonitoristen angelegt werden, können über ein spezielles Neuromonitorgerät gezielt elektrische Impulse (minimale Stromstöße) an das Nervengewebe abgegeben werden. Diese Impulse werden dann über Ableitungselektroden gemessen und am Neuromonitor dargestellt und dokumentiert.

Somit können der Chirurg und der Monitorist Ihre Nerven oder Nervenbahnen identifizieren, die Funktion überwachen und in der Regel schonen. Je nach Operationsgebiet oder Fall, kann dies mehrmalig oder sogar kontinuierlich über die gesamte Operationsdauer durchgeführt werden. In einigen Fällen auch nach der Operation, z.B. auf der Intensivstation.

  • Der Chirurg ist damit in der Lage potentielle Nervenschäden besser zu verhindern. Die Funktion Ihrer Nerven (z.B. Empfindung, Muskelkraft, Hören, Sehen), bleibt damit erhalten.
  • Das IONM wird aufgrund seiner Vorteile für die Sicherheit der Patienten und der Reduktion von Nervenschäden bei Operationen immer häufiger eingesetzt.

Hinweis: Das IONM wird je nach Eingriff bzw. Indikation vom Operateur individuell angefordert und mit dem Neuromonitoristen und Patienten besprochen.

IONM Verfahren

SEP (SSEP)

(Somato) Sensorisch Evozierte Potentiale. Überwachung der aufsteigenden Nervenbahnen, die für das Oberflächen- und Tiefenempfinden zuständig sind

EMG

Elektromyographie, freilaufend. Überwachung der elektrischen Muskelaktivität

TES MEP

Transkranielle Elektrisch Motorisch Evozierte Potentiale. Überwachung der absteigenden Nervenbahnen, die für die Motorik zuständig sind

D-Wave

Transkranielle Elektrisch Motorisch Evozierte Potentiale, die über einen Katheter in Rückenmarknähe als D-Welle abgeleitet werden können

COMEP

Corticobulbäre Motorisch Evozierte Potentiale. Überwachung von Hirnnerven / Hirnstamm

AEP (BAEP)

Akustisch Evozierte Potentiale („Brainstem“). Überwachung der Hörbahnen / Überleitung auf den Hirnstamm

DNS

Direkte Nervenstimulation mit ensprechenden Sonden. (z.B. N. Facialis, motorischer Gesichtsnerv)

DCS

Direkte K(C)ortikale Stimulation zur Lokalisierung von Hirnregionen (Hirnrinde), die für die Motorik zuständig sind Mapping (Kartierung) mit Sonden (z.B. Mapping-Resektionssauger n. Raabe) oder Elektroden.
VEP Visuell Evozierte Potentiale. Überwachung der Sehbahnen

Vorteile des IONM

  • Gezielte Nervenüberwachung während der Operation mit der Möglichkeit sofort operativ zu handeln.
  • Überwachung der Durchblutung des Gehirns mit der Möglichkeit sofort medikamentös und operativ zu intervenieren.
  • Verlässliche, intraoperative Aussage über die Funktionalität der Nervenstrukturen und deren Organe.
  • Sicheres Auffinden von Nerven und Gehirnstrukturen und damit erhöhte Sicherheit während der Operation.
  • Postoperative Nervenschäden (neurologische Ausfälle, wie z.B. Lähmungen) mit entsprechendem Risiko für Folgeerkrankungen vermeiden.
  • Lebensqualität verbessern. Damit können eventuell notwendige Therapien frühzeitig eingeleitet werden, um möglichst vollständige Rehabilitation zu ermöglichen.
  • Nerven werden überwacht und die Messungen protokolliert, damit ist eine genaue Dokumentation möglich.

IONM- Anwendungsgebiete im RKH Klinikum Ludwigsburg

Neurochirurgie:

  • Spinale Tumoren und Missbildungen
  • Intrakranielle Gefäßoperationen (Aneurysmaclipping, Gefäßmissbildungen)
  • Operationen am Rückenmark
  • Operationen am Hirnstamm
  • Operationen in der hinteren Schädelgrube
  • Operationen im Kleinhirnbrückenwinkel (z.B. Akustikusneurinom)
  • Operationen im Bereich der Sehnerven und Sehnervenkreuzung
  • Operationen in supratentoriellen Arealen
  • Wachkraniotomie mit Sprachmapping u. funktionell motorischen Testung
  • Auch in Kombination mit intraoperativem MRT (IOMRT) möglich

Gefäßchirurgie:

  • Carotischirurgie (bei Allgemeinanästhesie)
  • Thorakale und thorakoabdominale Aorteneingriffe

Weitere Informationen:
Wenn Sie sich noch weiter über das intraoperative Neuromonitoring (IONM) informieren wollen, können Sie dies im Internet unter: www.neuromonitoring.de
Flyer IONM (Intraoperatives Neuromonitoring)

Kontakt:

Leitung / Anmeldung / Koordination:

Rupert Vyzina
IONM Neuromonitoring, FKP Anästhesie
T: 07141 / 99-96765
E: rupert.vyzina(at)rkh-gesundheit.de


Alexander Kempf
(Ärztl. Leitung)
IONM Neuromonitoring, Anästhesie

Intensivstation

Intensivstation 3.A

Die unter anästhesiologischer Leitung geführte interdisziplinäre Intensivstation mit 18 Betten behandelt primär Patienten aller operativen Fächer aber auch der neurologischen Klinik und der Inneren Medizin.

Schwerpunkte sind die Patienten der Neurochirurgie, Patienten mit schweren Infektionen, akutem Lungenversagen (ARDS) und polytraumatisierte Patienten.

Als  überregionales Traumazentrum  sowie ARDS-ECMO-Zentrum führen wir eine große Bandbreite an invasiven intensivmedizinischen Techniken durch. Aufwändige Therapien wie die Überwachung der Funktion des zentralen Nervensystems bis hin zur Hirndrucktherapie und Lungenersatzverfahren wie ECMO sind etabliert.

Bereichsleitung

Ute Menz
Tel. 07141/99-63300
E-Mail: ute.menz(at)rkh-gesundheit.de

Intensivstation 3.E

Die unter anästhesiologischer Leitung geführte interdisziplinäre Intensivstation mit 17 Betten behandelt einfachere Intensivpatienten aller operativen Fächer.

Schwerpunkte sind die Patienten der Allgemein-, Unfall- und Gefäßchirurgie.  Des weiteren werden Patienten der Urologie, Gynäkologie und Inneren Medizin sowie alle unklaren überwachungspflichtigen Krankheitsbilder betreut.

Überwachung, Frühmobilisation und spezielle Atemtherapie sowie nicht invasive Beatmung stehen im Vordergrund.

Bereichsleitung

Katrin Lichy
Tel. 07141-99-96479
E: katrin.lichy(at)rkh-gesundheit.de

Gabriele Glaninger
Tel. 07141-99-94541
E: gabriele.glaninger(at)rkh-gesundheit.de

Schmerztherapie (Analgesie)

An den Zentrumsstandorten Ludwigsburg, Bietigheim, Mühlacker, Neuenbürg und in der Orthopädischen Klinik Markgröningen sind spezielle Schmerzambulanzen etabliert.

Die Schmerztherapie betreut jährlich mehr als 5.000 stationäre und ambulante Patienten und setzt dabei das gesamte Spektrum an invasiven anästhesiologischen Methoden ein. Seit einigen Jahren werden in unserer Klinik auch implantierbare Schmerzpumpen angewandt.

In der postoperativen Schmerztherapie sind die zentralen und peripheren Nervenblockaden mit oder ohne Katheter ein Schwerpunkt, z.B. zur Frühmobilisation bei großen Baucheingriffen, sowie bei Endoprothesen der Schulter und des Knies oder in der Gefäßchirurgie zur Prophylaxe von Phantomschmerzen bei Amputationen. Die Regionalanästhesien werden dabei meist unter Ultraschallkontrolle angelegt.

Die Periduralanästhesie ist in der Geburtshilfe, sowie bei visceralchirurgischen Eingriffen im Rahmen der „fast track surgery“ ein standardisiertes und etabliertes Verfahren.

Bei den chronischen Schmerzpatienten und bei den Tumorschmerzpatienten, die in der schmerztherapeutischen Versorgung einen hohen Stellenwert einnehmen, werden u. a. Sympathikus-Blockaden und Neurolysen, auch in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie durchgeführt, z.B. CT-gesteuerte Coeliacus-Blockaden.

Als weitere Besonderheit ist die Durchführung der Vertebroplastie zu bezeichnen, die z.B. bei Knochenmetastasen der Wirbelsäule zur Stabilisierung und zur Schmerztherapie in Zusammenarbeit mit der Unfallchirurgie durchgeführt wird.

Palliativmedizin

Patienten mit unheilbaren Tumorerkrankungen oder anderen weit fortgeschrittenen Erkrankungen haben eine begrenzte Lebenserwartung. In der noch verbleibenden Zeit leiden sie häufig an Symptomen, welche die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Der Begriff „Palliativmedizin“ leitet sich von dem lateinischen Wort „pallium = der Mantel“ ab und bedeutet, Leiden zu lindern und den Menschen in seiner Gesamtheit zu betrachten.

Im Mittelpunkt stehen oft die Angst vor starken Schmerzen, Beschwerden bei der Atmung oder der Verdauung und vielfältige andere körperliche Symptome, die sehr belastend sein können. Die Organisation der Pflege, die Begleitung in sozialen Bereichen und Hilfestellungen bei finanziellen Sorgen oder auch Themen aus dem spirituellen Bereich sind jedoch ebenso wichtig.

Um diesem komplexen Gebiet Raum zu geben, haben wir ein Palliativteam unter der Leitung eines Palliativmediziners und Schmerztherapeuten gebildet. Zum Team gehören auch Mitarbeiter der Brückenpflege, der Sozialarbeit, der Physiotherapie, der Seelsorge und natürlich Ärzte und Pflegende der behandelnden Fachabteilung.
Die Aufgabe unseres Teams ist es, gemeinsam mit den Betroffenen und deren Angehörigen einen individuellen Behandlungsplan festzulegen. Die Wünsche der Patienten sind dabei von entscheidender Bedeutung und stehen bei allen Therapiemaßnahmen an erster Stelle.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unter Berücksichtigung der Gesamtsituation die bestmögliche Lebensqualität für unsere Patienten erreichen.

Hyperbare Sauerstofftherapie/ Tauchmedizinische Sprechstunde

Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)

Im Klinikum Ludwigsburg kann hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) für Notfall- und Intensivpatienten unter intensivmedizinischen Bedingungen durchgeführt werden. Möglich ist das durch die Kooperation mit dem seit 2014 am Klinikum Ludwigsburg ansässigen Druckkammer-Centrum DCS1.

Indikationen im Bereich Notfall- und Intensivmedizin

  • Nekrotisierende Weichteilinfektionen, Gasbrandinfektion
  • Luft- und Gasembolien
  • Tauchunfall oder Druckluftunfall im Sinne eines Dekompressionsunfalls (DCI)
  • Ausgedehnter/tiefgehender Weichteilschaden (Crush-Verletzung, Kompartmentsyndrom)
  • Kohlenmonoxidvergiftung
  • Lebensbedrohlicher Blutverlust

Merkmale der HBO-Therapie im Klinikum Ludwigsburg

  • Therapie liegend und sitzend
  • Durchgehende Patientenbegleitung durch intensivmedizinisch geschultes Pflege- und ärztliches Personal
  • Kontinuierliches Monitoring der Vitalparameter
  • Möglichkeit der invasiven Druckmessung
  • Beatmungsmöglichkeit non-invasiv und invasiv, spontan und kontrolliert
  • Beatmungsmöglichkeit auch für (Klein-)Kinder
  • Medikamentöse Therapie mit bis zu 6 Perfusoren
  • HBO-Therapie mit Wunddrainagen, Thoraxdrainagen und VAC-Verbänden möglich

Kosten der HBO-Therapie

Eine HBO-Therapie wird nur bei ausgewählten Indikationen und Einzelfällen von den Krankenkassen übernommen. Eine Kostenübernahme muss in der Regel in jedem Einzelfall beantragt werden. Im Rahmen des Übernahmegesprächs mit dem zuständigen Hyperbarmediziner wird das dahingehend nötige Procedere besprochen und geklärt.

Eine Indikationsstellung und Übernahme zur HBO erfolgt deswegen immer durch und in Rücksprache mit einem Hyperbarmediziner. Im direkten Arzt-zu-Arzt-Gespräch wird eine Anamnese erhoben, die Indikation zur HBO überprüft und das weitere Procedere besprochen.

Anfragen zur HBO-Therapie

Für Anfragen zur HBO-Therapie für Intensiv- und Notfallpatienten kontaktieren Sie bitte die ILS Stuttgart unter der Telefonnummer 0711/19222.

Die ständige Bereitschaft des Druckkammer-Centrum DCS1 wird sich dann unverzüglich mit Ihnen in Verbindung setzen und alles weitere besprechen.

Alle Anfragen die sich nicht auf Notfall- und Intensivpatienten beziehen, richten Sie bitte direkt an das Druckkammer-Centrum DCS1.

Kontakt Druckkammer-Centrum DCS1:

DCS1 – Druckkammer Centrum Stuttgart im Klinikum Ludwigsburg

Posilipostraße 4
71640 Ludwigsburg
T: 07141-99-68680
F: 07141-99-68689
E: lb.druckkammercentrum(at)rkh-gesundheit.de

Tauchmedizinische Sprechstunde

Im Klinikum Ludwigsburg besteht eine tauchmedizinische Sprechstunde, angegliedert an die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Betreut werden Sie durch Taucherärzte, die nach der Weiterbildungsordnung der GTÜM e.V. ausgebildet sind und die neben ihrer Tätigkeit im Klinikum Ludwigsburg regelmäßig im Druckkammer-Centrum DCS1 arbeiten.

Informationen zu den tauchmedizinischen Untersuchungen

Das Angebot umfasst

  • Tauchmedizinische Untersuchungen zum Nachweis der Tauchtauglichkeit
  • Ausstellung von Tauchtauglichkeitszertifikaten

Diese Untersuchungen werden nach den Vorgaben der GTÜM e. V. durchgeführt.

Kosteninformation

Eine tauchmedizinische Untersuchung und Ausstellung eines Tauchtauglichkeitszertifikats ist eine privatärztliche Untersuchung, die nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Die Abrechnung erfolgt nach den Empfehlungen der GTÜM e.V.

Terminvorbereitung

Zur Vorbereitung auf die tauchmedizinische Untersuchung bitten wir Sie den Anamnese- und Untersuchungsbogen herunterladen und soweit möglich auszufüllen. Bringen Sie bitte vorliegende medizinische Unterlagen, insbesondere Arztbriefe, Operationsunterlagen, Implantat- und Allergiepässe, Medikamentenpläne und alte Tauchuntersuchungen mit.

Kontakt und Terminvereinbarung

Termine in der tauchmedizinischen Sprechstunde finden nach individueller Vereinbarung statt. Bei Interesse an einer tauchmedizinischen Untersuchung oder tauchmedizinischen Anfragen haben Sie die nachstehenden Kontaktmöglichkeiten.

Zur Vorbereitung auf die tauchmedizinische Untersuchung bitten wir Sie den Anamnese- und Untersuchungsbogen herunterzuladen und soweit möglich auszufüllen. Bringen Sie bitte vorliegende medizinische Unterlagen, insbesondere Arztbriefe, Operationsunterlagen, Implantat- und Allergiepässe, Medikamentenpläne und alte Tauchuntersuchungen mit.

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