Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim: Gebündelte Expertise und hochmodernes Messgerät für eine Volkskrankheit - Reflux und Zwerchfellbruch

Das Refluxzentrum in Ludwigsburg und Bietigheim setzt als erstes Zentrum auf die gemeinsame Nutzung einer neuen Hightech-Messtechnik für eine gezielte Behandlung von Reflux und Zwerchfellbruch

Mit dem neuen EndoFLIP-System setzt das Refluxzentrum der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim einen innovativen Maßstab in der Behandlung der Refluxkrankheit und des Zwerchfellbruchs. Als derzeit einziges Zentrum in Deutschland, in dem sowohl die Gastroenterologie als auch die Allgemein- und Viszeralchirurgie diese hochpräzise Messtechnologie gemeinsam einsetzen, verbindet es modernste funktionelle Diagnostik mit langjähriger operativer Expertise. Erstmals kann der Druck- und Schließmechanismus der Speiseröhre objektiv gemessen und ein operativer Eingriff in Echtzeit optimiert werden – für mehr Sicherheit, individuellere Therapie und eine nachhaltig verbesserte Lebensqualität.

Wenn Sodbrennen mehr ist als ein Symptom

„Anfangs dachte ich, das Sodbrennen kommt nur vom Essen und ich bekomme es mit Tabletten in den Griff. Doch nach vielen Monaten wurde es immer schlimmer und so hatte ich mich zu einer eingehenden Untersuchung entschlossen. Die Diagnose Zwerchfellbruch war für mich im ersten Moment schockierend, aber letztlich der Beginn einer gezielten Behandlung und das Ende meiner belastenden Situation“, so beschreibt die Patientin Stella-Carbonaro ihre lange Leidensgeschichte, bevor sie im Refluxzentrum der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim behandelt wurde. 

Reflux – also das krankhafte Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre und die daraus entstehende Symptomatik des Sodbrennens – ist eine häufige Erkrankung, die viele Menschen durch eine teils jahrelange Einnahme von Medikamenten zu lindern versuchen. Doch oft wird dabei nur das Symptom behandelt, nicht die zugrunde liegende Ursache erkannt: in vielen Fällen ist der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen geschwächt oder es besteht ein Zwerchfellbruch. 

Im RKH Refluxzentrum arbeiten die Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämato-Onkologie, Diabetologie und Infektiologie im RKH Klinikum Ludwigsburg unter Leitung von Prof. Dr. Karel Caca und die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen unter Leitung von Prof. Dr. Dieter Birk eng zusammen. Ziel ist es, die Ursache der Beschwerden präzise zu diagnostizieren und individuell zu behandeln. 

Von der konservativen Therapie bis zur spezialisierten Operation

Liegt das Problem ausschließlich im Bereich der muskulären Barriere am Mageneingang (Ösophagussphinkter), kann häufig ein kleiner, minimalinvasiver Eingriff in der Gastroenterologie in Ludwigsburg helfen. Ist die jedoch ein Zwerchfellbruch die Ursache, erfolgt die operative Versorgung in der Allgemein- und Viszeralchirurgie in Bietigheim. Eine besonders ausgeprägte Form ist das sogenannte „Upside-down-Magen“-Phänomen. Dabei verlagert sich ein Großteil des Magens durch die Zwerchfellöffnung in den Brustraum. Neben starken Refluxbeschwerden kann es zu Druckgefühl im Brustkorb, Schluckstörungen oder im schlimmsten Fall zu einer gefährlichen Magenverdrehung mit Durchblutungsstörung kommen – eine Situation, die eine rasche Operation in einer erfahrenen, hochspezialisierten Klinik wie Bietigheim erfordert.

Im RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen werden jährlich rund 100 Operationen wegen Zwerchfellbrüchen durchgeführt – alle minimalinvasiv in laparoskopischer Technik. Dabei wird die Zwerchfellöffnung verengt und eine neue Ventilfunktion zwischen Speiseröhre und Magen hergestellt. Bei größeren Defekten wird zusätzlich ein resorbierbares Netz eingebracht, das sich innerhalb von etwa sechs Monaten in körpereigenes Bindegewebe umwandelt und die Stabilisierung unterstützt.

Messen statt schätzen: Präzision in Echtzeit

Das RKH Refluxzentrum hat nun ein neues, hochmodernes Gerät namens EndoFLIP im Einsatz. Damit können Ärztinnen und Ärzte erstmals in Echtzeit den Druck und die Form der Speiseröhre messen – sowohl vor als auch nach dem operativen Verschluss des Zwerchfells. Diese Messungen geben wertvolle objektive Werte für die Größe der Öffnung und die mechanischen Eigenschaften des Verschlusses, die zuvor nur geschätzt werden konnten. Das ist ein echter Fortschritt, weil es die Operation nicht nur präziser, sondern auch sicherer macht: „Wir Chirurgen können nun während der Operation überprüfen, ob der Verschluss optimal ist oder noch angepasst werden muss. Dies wirkt sich direkt auf die Beschwerden und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten aus“, so Prof. Dr. Dieter Birk, begeistert von den neuen Möglichkeiten des EndoFLIP-Systems.

Das Besondere: das RKH Refluxzentrum ist derzeit die einzige Einrichtung in Deutschland, in der dieses Messgerät sowohl von der Gastroenterologie als auch von der Allgemein- und Viszeralchirurgie gemeinsam genutzt wird – ein integrativer und innovativer Ansatz, der Diagnostik und Behandlung eng verzahnt. Damit entsteht ein Versorgungsangebot, das konservative Abklärung, präzise funktionelle Messung und operative Therapie sinnvoll vereint.