Bietigheimer Krankenhaus stärkt die natürliche Geburt

Geburtshilfliches Symposium unter Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Manne Lucha unterstreicht die besondere Kompetenz des hebammengeführten Kreißsaals

Eine Geburt ist ein prägendes Erlebnis – für Eltern ebenso wie für das Kind. Umso wichtiger ist eine Geburtshilfe, die Sicherheit, medizinische Kompetenz und den natürlichen Prozess der Geburt in Einklang bringt. Die Abteilung für Frauengesundheit Nordwürttemberg mit ihren zwei Standorten in Ludwigsburg und Bietigheim steht für einen natürlichen und interventionsarmen Geburtsverlauf, was bedeutet, dass medizinische Eingriffe nur dann eingesetzt werden, wenn sie wirklich notwendig sind – und nicht routinemäßig.  Dies gelingt durch eine moderne, breit aufgestellte Geburtshilfe und dem hebammengeführten Kreißsaal. 

Die besondere Bedeutung dieser Form der Geburtshilfe stand auch im Mittelpunkt des geburtshilflichen Symposiums 2026, das gestern unter der Schirmherrschaft von Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha in Markgröningen stattfand. Rund 170 Hebammen und Ärztinnen und Ärzte diskutierten dort, wie die natürliche Geburt – auch physiologische Geburt genannt – gezielt gestärkt werden kann, ohne auf die Sicherheit moderner Medizin zu verzichten. Profilierte Experten aus ganz Deutschland brachten ihre Expertise mit ein. 

„Eine natürliche Geburt bedeutet nicht weniger Sicherheit, sondern eine Betreuung, die sich an den individuellen Bedürfnissen von Mutter und Kind orientiert und die Physiologie der Geburt respektiert“, betont Dr. Jens-Paul Seldte, Ärztlicher Direktor des Standorts Bietigheim. In skandinavischen Ländern und in Großbritannien sind das seit vielen Jahren etablierte Betreuungskonzepte. Die Studienlage zeigt eindeutig, dass bei Frauen ohne Risikofaktoren die Sicherheit für Mutter und Kind gleich hoch ist – bei gleichzeitig deutlich geringerer Interventionsrate, etwa bei operativen Entbindungen oder Kaiserschnitten. Zehn Prozent aller Mütter entbinden im hebammengeführten Kreißsaal in Bietigheim. Dort stehen die kontinuierliche Begleitung durch erfahrene Hebammen und die Stärkung der Selbstbestimmung der Frau, möglichst unter Verzicht auf Schmerzmittel, dauerhafte CTG-Überwachung oder unnötige vaginale Untersuchungen im Mittelpunkt. Durch die unmittelbare Nähe des ärztlichen Teams ist aber jederzeit maximale Sicherheit gewährleistet, falls eine dringende medizinische Unterstützung erforderlich wird.

Als eine der größten geburtshilflichen Einrichtungen in Baden-Württemberg deckt die Abteilung für Frauengesundheit Nordwürttemberg das gesamte Spektrum der Geburtshilfe ab: vom hebammengeleiteten Kreißsaal bis hin zur hochspezialisierten Versorgung mit dem Perinatalzentrum Level I. Dieses abgestufte Versorgungskonzept ermöglicht werdenden Eltern eine individuell passende Betreuung – dem individuellen Risiko angepasst, auf wissenschaftlichen Leitlinien basierend und menschlich zugewandt.

„Mit dem geburtshilfliche, Symposium setzen wir ein klares Zeichen für die Stärkung der natürlichen Geburt, für die zentrale Rolle der Hebammen und für eine Geburtshilfe, die Frauen Vertrauen, Sicherheit und Selbstbestimmung gibt“, so Prof Berlit, Ärztlicher Direktor des Standorts Ludwigsburg. Werdende Eltern finden in Bietigheim einen Ort, an dem Geburt als natürlicher Prozess verstanden und zugleich medizinisch auf höchstem Niveau begleitet wird.