Zentrum für innere Medizin

Im Zentrum für Innere Medizin (ZIM) werden alle Patienten des Enzkreises und der Umgebung internistisch behandelt. Besondere Schwerpunkte sind die Notfallmedizin, die invasive Kardiologie, die Pneumologie, die Gastroenterologie, die Endokrinologie und die Nephrologie. Im Integrierten Notfallzentrum (INZ) werden alle Akut-Patienten behandelt und ggf. stationär aufgenommen. Patienten, die eine ambulante weitere Abklärung benötigen, werden im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) weiter betreut.

Im Zentrum für innere Medizin arbeiten 26 Ärzte (2 ärztliche Direktoren, ein Sektionsleiter, 5 Oberärzte, 2 Funktionsärzte und 16 Assistenzärzte) rund um die Uhr um eine lückenlose Versorgung unserer Patienten sicher zu stellen.

Kooperationen mit speziellen Zentren innerhalb und außerhalb des Klinikenverbundes tragen dazu bei, dass wir mit der rasanten Wissensentwicklung im ZIM in Mühlacker Schritt halten können. So haben unsere Patienten vor Ort Zugang zur Versorgung nach den neuesten Leitlinien und Zugang zur allen Ressourcen der RKH Gesundheit. Wenn eine Weiterbehandlung hier in Mühlacker nicht möglich ist,  findet sich schnell der Weg zu einem Partner und so zur maximalen Versorgung mit einer individuellen Therapie.

Die Mitarbeiter im ZIM legen großen Wert auf höchste Qualität ihrer Arbeit. Regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen und Kongreßteilnahmen sowie der Erwerb von Zusatzqualifikationen und Spezialisierungen gehören daher zu unserem beruflichen Selbstverständnis und werden ausdrücklich gefördert. Der kollegiale Austausch wird in regelmäßigen abteilungsinternen Fortbildungen und im regionalen interdisziplinären Qualitätszirkel (Link zu unserem Flyer) gelebt. Zudem ist das Zentrum überaus aktiv in der Ausrichtung und Planung des Standortes im Rahmen der Veränderungen auf dem Hintergrund des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG).

Leistungsspektrum

Kardiologie

Im ZIM behandeln wir das gesamte Spektrum von Herzkreislauf-Erkrankungen. Räumlich stehen hierfür 2 voll ausgestattete Herzkatheterlabore zur Verfügung.

Besondere Schwerpunkte sind:

  • Die Behandlung des akuten Herzinfarktes und des akuten Koronarsyndromes (ACS, Herzkatheterbereitschaft 24/7)
  • Die Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarangiographien) mit invasiver Messungen zur Beurteilung von Durchblutungsstörungen am Herzen (Ischämiediagnostik mittels Druckdrähten), intravaskuläre Bildgebung mittels Laser-Kamera (OCT), Beurteilung der Funktion der Herzklappen (Vitiendiagnostik bei Herzklappenerkrankungen) und Untersuchungen des kleinen Kreislaufes (Lungenstrombahn) und des  rechten Herzens
  • Therapeutisch die Intervention (Ballondillatation mit beschichteten und unbeschichteten Ballons sowie Stentimplantationen mit beschichteten und unbeschichteten Stents) an Herzkranz- und Bypassgefäßen
  • Die kathetergestützte (interventionelle) Versorgung von angeborenen Defekten der Herzscheidewände (ASD-Verschluss; PFO-Verschluss)
  • Die Implantation von Herzschrittmachern, Defibrillatoren (ICDs), von Systemen zur Resynkronisation des Herzens (CRT-Systeme) sowie sondenlosen Schrittmachern (leadles Pacmaker, Kardiokapseln)
  • Die elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) zur Beurteilung von Herzrhythmusstörungen sowie Verödungen (Ablationsbehandlung), u.a. bei Vorhofflimmern (PVI mit Kälteballon)
  • Die Herzkonferenz (Heart-Team) zur Beurteilung und Planung der Behandlung von Herzklappenerkrankungen und herz- und thoraxchirurgischen Eingriffen aus kardiologischer und herzchirurgischer Sicht
  • Die Bildgebung des Herzens - Echokardiographie (transthorakal und transösophageal), Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) sowie Szintigraphie (SPECT) des Herzens (in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bildgebende Diagnostik und Intervention, Radiologie Mühlacker)
  • Die interdisziplinäre Intensivmedizin (in Zusammenarbeit mit der Pneumologie und der Anaesthesie)

In den Herzkatheterlaboren werden neben akuten Herzinfarkten auch komplexe diagnostische und interventionelle Prozeduren zur Behandlung der koronaren Herzerkrankung durchgeführt. Diese Versorgung wird durch die Fachärzte täglich 24 Stunden an 356 Tagen im Jahr gewährleistet. Elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) mit Ablationsbehandlungen erfolgen regelmäßig, vor allem bei Vorhofflimmern (Pulmonalvenenisolation). Daneben werden alle gängigen Herzschrittmacher, Defibrillatoren, Resynkronisations-Systemen (CRT) sowie sondenlose Schrittmacher in der Abteilung operativ eingesetzt (implantiert). Die kardiale Bildgebung erfolgt echokardiographisch transthorakal oder transösophageal in der Abteilung, in Zusammenarbeit mit der Radiologie in Mühlacker werden ergänzende Verfahren (Kardio-CT, Kardio-MRT, Myokardszintigraphie) durchgeführt.

Pneumologie

Der Schwerpunkt für Pneumologie versorgt Patienten mit Erkrankungen der Lunge und der Atemwege und Patienten mit Störungen der Atemregulation.  Hierbei besteht eine enge Zusammenarbeit mit den benachbarten Kliniken und der Abteilung für Anaesthesie sowie der Radiologie in Mühlacker. Fachübergreifende Besprechungen und eine gelebte interdisziplinäre Zusammenarbeit sichern eine hohe Qualität in der Versorgung von Patienten mit schweren Lungenerkrankungen, wie Lungenkrebs oder Lungenfibrosen. Um eine höchstmögliche Qualität nicht nur in der Erst-, sondern auch in der Weiterversorgung gewährleisten zu können, erfolgen enge Absprachen mit mit den weiterbehandelnden niedergelassenen Ärzten und anderen Spezialisten. In allen Bereichen werden die aktuellsten Therapien nach dem Stand jüngster Forschung durchgeführt und Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen in Kooperation auch die Teilnahme an Studien ermöglicht.

Nicht erst seit der Corona-Pandämie ist die Versorgung von Lungenkranken eine der Hauptaufgaben des ZIM. Die Etablierung eines eigenen Schwerpunktes für Lungenkrankheiten, die Pneumologie, ist die konsequente Weiterentwicklung des Zentrums. In der renovierten Endoskopieabteilung des ZIM werden alle invasiven Untersuchungsmethoden (Bronchoskopie, flexibel und starr) durchgeführt. Heimbeatmungen werden initiiert, die Entwöhnungs-Behandlung bei invasiver Beatmung (Weaning) erfolgt in Zusammenarbeit mit der Klinik für Anaesthesie auf der interdisziplinären Intensivstation. Daneben werden apparativ die Lunge und die Artemwege in der Funktionsabteilung untersucht (Bodyplethysmopgraphie, Sprioergometrie).

Gastroenterologie, Hepatologie

Ein weiterer Schwerpunkt der Medizinische Klinik liegt in den Fachbereichen Gastroenterologie, Hepatologie und Stoffwechselkrankheiten (also Magen-/Darmerkrankungen, Lebererkrankungen, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen).

Besondere Fachkompetenz besteht in Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, von Leber-, Galle- und Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen Alle gängigen laborchemischen, sonografischen und endoskopischen Untersuchungsverfahren stehen bereit. Modernstes endoskopisches Instrumentar, langjährige Erfahrung und Routine mit der Video-Endoskopie (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, ERCP, Intestinoskopie, Proktoskopie, Sigmoidoskopie, Koloskopie) führen in Verbindung mit einer Kurznarkose (Analogosedierung) zu wenig belastenden Eingriffen.

Fast alle operativ-interventionellen endoskopischen Verfahren werden durchgeführt: Polypektomien, Mukosaresektionen, Probebiopsien, endoskopische Färbemethoden, bakterielle Fehlbesiedlungs-Tests, Papillotomien des Gallenganges, Steinextraktionen und Steinzertrümmerungen, Einbringen von Stents und Endoprothesen in Gallengang und Speiseröhre werden durchgeführt. Langzeit-pH-Metrie, perkutane Fistelung des Magens zur Ernährungstherapie (PEG), Blutungsbehandlungen im Gastrointestinaltrakt mit Ligaturbehandlung, Argon-Plasma-Beamer-Koagulation, Hämoclip und Hämospray sind Teil der täglichen Routine. Ultraschalldiagnostik mit Duplexsonographie und Farbdoppleruntersuchung sowie sonographisch gesteuerte Punktionen und Kontrastmittel-Sonographien, besonders zur Differenzierung von Leberveränderungen runden das Spektrum ab.

Die Gastroenterologie bietet alle endoskopischen Verfahren incl. der Darstellung und Intervention der Gallenwege (ERCP), Endosonographien, Polypabtragungen sowie und Vollwandresektionen an. Die 2024 renovierte Endoskopieabteiliung steht mit mehreren Untersuchungsräumen rund um die Uhr zur Verfügung. Eine enge Kooperation besteht mit dem MVZ für Gastroenterologie am Standort, sodass zusammen in der Institutsambulanz für Darmspiegelungen des ZIMs viele Patienten auch ambulant versorgt werden können.

Endokrinologie, Diabetologie

Für die Beurteilung von Hormon-Störungen und –Erkrankungen steht in der Medizinischen Klinik eine Spezial-Ambulanz zur Verfügung.

Die Diagnostik, Prävention und Behandlung des Diabetes mellitus, einschließlich seiner Komplikationen nach den Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft DDG ist eine der zentralen Aufgaben in unserem Krankenhaus. Die stationäre Diabetestherapie hat das Ziel, durch eine rechtzeitige und konsequente Behandlung und Schulung, vermeidbare und unangenehme Spätfolgen zu verhindern und Betroffenen die Fähigkeit zur Selbsthilfe zu vermitteln.

Auch in anderen Fachabteilungen des Krankenhauses werden die Patienten mit der Nebendiagnose Diabetes mellitus durch das Diabetesteam mitbetreut. Im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit behandelt das Diabetesteam mit den Ärzten der jeweiligen Fachabteilung diese Patienten gemeinsam. Eine ganzheitliche Versorgung ist so gewährleistet. Vor und nach Operationen benötigen Diabetiker oftmals eine Therapieanpassung. Ein gut eingestellter Diabetes trägt nachweislich dazu bei, die Komplikationsrate bei Akuterkrankungen im Krankenhaus zu senken.

Zu der Behandlung durch das diabetologisch geschulte Fachpersonal gehören neben der rein medizinischen Betreuung auch Einzelberatungen, Bewegungsprogramme und Schulungen, die auf Wunsch im Rahmen von Gruppenschulungen auch ambulant wahrgenommen werden können.

Zum Diabetesteam der Enzkreis-Kliniken gehört auch eine wachsende Zahl diabetesversierter Pflegekräfte. Sie verfügen über eine diabetologische Zusatzqualifikation und unterstützen professionell die Patienten bei der Durchführung ihrer Therapie im stationären Bereich. Nach der Entlassung ist bei Neueinstellung oder Umstellung der Diabetestherapie bei Bedarf eine nachstationäre Betreuung durch das Diabetesteam über einen Zeitraum von 14 Tagen möglich.

Bezüglich der speziellen Endokrinologie wird eine Fachsprechstunde angeboten. Dialysepatienten werden gemeinsam mit der nephrologischen Praxis in Mühlacker behandelt. Diabeteskomplikationen werden gemeinsam mit dem Schulungsverein, der Gefäßchirurgie und den Diabetologen in der Region betreut.

Frührehabilitation, Altersmedizin

Die Frührehabilitation (GFK, geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung) wird bei älteren Patienten im Akutkrankenhaus durchgeführt, wenn durch die Erkrankung der Verlust von Selbständigkeit droht. Die Frührehabilitation wird durch ein multidisziplinäres Team durchgeführt, das sich aus geriatrisch erfahrenen Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialberatern zusammensetzt.

In der Abteilung für Altersmedizin werden geriatrische Patienten interdisziplinär betreut, die Zusammenarbeit mit der Geriatischen Rehabilitationsklinik Mühlacker spielt eine zentrale Rolle.

Die Versorgung von Schlaganfallpatienten, wird im Schlaganfallnetzwerk Pforzheim-Enzkreis sichergestellt. Dabei handelt es sich um eine enge Zusammenarbeit mit den Schlaganfall-Stationen (Stroke-Unit´s) der neurologischen Kliniken in Ludwigsburg und Pforzheim. Bei Patienten, die sich in Mühlacker mit einem Schlaganfall vorstellen, wird hier die Behandlung sogleich begonnen. Die Verlegung erfolgt, mit der laufenden Therapie, sodass keine Zeitverzögerung auftritt. Hierbei hilft die teleneurologische Verbindung zwischen den Krankenhäusern. Bilder, Befunde und spezielle neurologische Untersuchungen können so in Mühlacker durchgeführt und von einem Neurologen in Ludwigsburg fachärztlich in Echtzeit beurteilt werden. Nach der akuten Behandlung auf der Stroke-Unit in Ludwigsburg oder Pforzheim kann zum Beispiel die geriatrische Frührehabilitation im Hause hier in der Sektion Geriatrie durchgeführt werden.

Nephrologie

Bei Diagnostik und Therapie von Nierenerkrankungen bis zur Nierenbiopsie und Einrichten der Nierenersatztherapie besteht in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, insbesondere der Dialysepraxis in Mühlacker. Dialysepatienten mit anderen interkurrenten Erkrankungen werden während einer stationären Behandlung fachkompetent mitbetreut.