Pressemitteilung

RKH Gesundheit startet Pilotprojekt im Rahmen des diesjährigen Welttags der Patientensicherheit

Nicht stören: Warnweste für sichere Medikation

Der Einsatz roter Warnwesten soll bei der Bereitstellung von Medikamenten auf Station Störungen vermeiden und damit die Konzentration erhöhen.

Die RKH Regionale Kliniken Holding und Services (RKH) will Medikationsfehler noch mehr in den Fokus richten und testet deshalb auf zwei Stationen der Inneren Medizin im RKH Klinikum Ludwigsburg den Einsatz von roten Warnwesten mit dem Aufdruck „Nicht stören“ während der Bereitstellung von Medikamenten in den verschiedenen Darreichungsformen. Die Westen sollen fortan von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen werden, um den anderen Kolleginnen und Kollegen zu signalisieren, Störungen auf ein Minimum zu reduzieren. Dies soll dazu beitragen, die Fehlerquote bei Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordernden, zu verringern.

Die erstmalige Umsetzung mit wissenschaftlicher Begleitung hat ihren Ursprung in der Schweizer Gesundheitsbranche. Dort kommen die Westen beim Richten von Medikamenten bereits erfolgreich zum Einsatz. Deren Einführung gehört zu den diesjährigen Aktionen im Rahmen des Welttags der Patientensicherheit am Samstag, 17. September, der das Thema „Sichere Medikation“ in den Mittelpunkt stellt.  

Seit mehr als zehn Jahren gehört die RKH Gesundheit dem bundesweiten Aktionsbündnis Patientensicherheit an und nimmt regelmäßig am Welttag teil. Ziel ist es, die Öffentlichkeit in diesem Jahr für sichere Medikation zu sensibilisieren. Denn auch der Patient kann durch seine Aufmerksamkeit und Nachfragen zu einem sicheren Medikationsprozess beitragen. Dazu sind sich die beiden Patientensicherheitsbeauftragten Thorsten Hauptvogel und Ellen Locher vom Qualitätsmanagement des RKH Klinikverbunds einig. Weiterhin erläutern sie: „Ein ähnlicher Name, eine ähnliche Verpackung. Es ist schnell passiert, dass im Klinikalltag Medikamente verwechselt werden“, berichten sie und verweisen auf eine Stellungnahme der Bundesregierung, wonach Medikationsfehler rund fünf Prozent der Krankenhausbehandlungen ausmachen und hohe jährliche Kosten verursachen. „Um alle uns bekannten Möglichkeiten auszuschöpfen, die zur Verringerung der Fehlerquote beitragen können, wird nun das Pilotprojekt mit den Westen gestartet, so Ellen Locher. Die leuchtende Farbe Orange steht auch dieses Jahr für den Welttag Patientensicherheit.

Neben Patienteninformationen wie z. B. dem von der RKH erstellten Film zur Patientensicherheit (https://www.rkh-gesundheit.de) für mehr Sicherheit beteiligt sich die RKH-Gesundheit überdies an der Petition „DNA-Safe“. DNA ist dabei ein Kürzel für Dosierung, Name und Arzneimittelpackungsrückseite. In der Petition wird das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, Arzneimittelhersteller zu verpflichten, die Tablettensichtverpackungen so zu produzieren, dass auf der Rückseite jedes Blisters, der beim Richten der Medikamente einzeln herausgetrennt oder -geschnitten wird, Name und Dosierung aufgedruckt ist. Viele Pharmafirmen machen das bereits, aber längst nicht alle. Auch das würde, nach Einschätzung von Fachleuten, zu einer höheren Sicherheit im Medikationsprozess führen.