An der Rechbergklinik Bretten geht die zentrale Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte in Betrieb

Landkreis Karlsruhe und Enzkreis bündeln im RKH-Verbund ihre Kompetenzen

Videofilm über die neue AEMP

Es ist das technologische Herzstück für sichere Operationen, Eingriffe und Behandlungen. An der RKH Rechbergklinik in Bretten geht eine neue und hochmoderne Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) in Betrieb. Dort werden wiederverwendbare Medizinprodukte wie chirurgische Instrumente, Endoskope oder Diagnostikgeräte gereinigt, sterilisiert und verpackt, damit sie anschließend wieder sicher beim Patienten eingesetzt werden können. Diese neue Einheit wurde gemeinsam mit allen Beteiligten am Mittwoch, 25. März, vor Ort eingeweiht. Mit einer Investition von knapp 30 Millionen Euro setzen die RKH Kliniken des Landkreises Karlsruhe damit ein starkes Zeichen für Qualität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit der medizinischen Versorgung. Die neue Einheit versorgt aber nicht nur eine Klinik, sondern gleich vier Standorte des RKH-Verbunds mit Sterilgut. Sie deckt auch die Versorgung der Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal sowie der Enzkreiskliniken ab. Die landkreisübergreifende Kooperation schöpft nicht nur Synergien aus, sondern bündelt auch Kompetenzen und Mittel.

„Mit der neuen AEMP leben wir den Holding-Gedanken. Der Landkreis Karlsruhe und der Enzkreis schaffen gemeinsam eine größere Einheit, um die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig zu stärken und sinnvoll zu ergänzen. Für die Einwohnerinnen und Einwohner spielen Landkreisgrenzen in Gesundheitsfragen im Alltag kaum eine Rolle, und auch wir wollen im Verbund Synergien dort nutzen, wo sie sich anbieten“, betonte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel für den Landkreis Karlsruhe bei der Einweihung. 

Die AEMP ist in einem neuen Anbau am Standort in Bretten entstanden. Er umfasst rund 1.375 Quadratmeter Fläche. Das Land Baden-Württemberg hat diese Baumaßnahme in das Landeskrankenhausbauprogramm aufgenommen und eine Förderung zugesagt. Der Landkreis Karlsruhe wird die verbleibenden Eigenmittel bereitstellen. „Die neue zentrale Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte in Bretten steht für das, was unser Gesundheitssystem in Baden-Württemberg stark macht: Zusammenarbeit, Verantwortung und Vertrauen. Das Bauvorhaben wurde daher in das Jahreskrankenhausprogramm 2026 aufgenommen. Dadurch trägt das Land mit der nun anstehenden Förderung zum Gelingen des Vorhabens bei. Die konkrete Fördersumme wird nach Abschluss aller Prüfungen feststehen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Dr. Ute Leidig. „Wenn Klinikträger ihre Kräfte bündeln, profitieren Patientinnen und Patienten durch höchste Qualität und Sicherheit. Das Land unterstützt diesen Kurs konsequent, weil eine verlässliche, zukunftsfeste Gesundheitsversorgung für alle Menschen unser gemeinsames Ziel ist.“

Bei jeder Operation und vielen Eingriffen oder Behandlungen kommen hochspezialisierte chirurgische Instrumente und Medizinprodukte zum Einsatz. Diese Instrumente müssen nach jeder Nutzung nach strengsten gesetzlichen Vorgaben gereinigt, desinfiziert, geprüft, gepflegt, verpackt und sterilisiert werden. Die neue AEMP übernimmt diesen gesamten Prozess und steuert ihn vollständig digital. Die räumliche Trennung in einen reinen und unreinen Bereich garantiert maximale hygienische Sicherheit. Es gibt im Neubau daneben Technik- und Versorgungszonen sowie Büro- und Sozialbereiche für die speziell ausgebildeten Fachkräfte für Medizinprodukteaufbereitung. „Mit der neuen AEMP schaffen wir im RKH Verbund eine hochleistungsfähige gemeinsame Infrastruktur, die weit über einen einzelnen Standort hinauswirkt. Wir bündeln hier Kompetenzen, um vier unserer Kliniken zuverlässig, digital und mit höchster Präzision zu versorgen. Diese Einheit ist nicht nur ein technisches Zentrum, sondern die neue Herzkammer für sichere Eingriffe im gesamten Verbund. Dass alle unsere Standorte von Bretten aus in gleicher Qualität versorgt werden, zeigt, wie stark wir als RKH Gesundheit sind, wenn wir unsere Kräfte bündeln“, so Dr. Marc Nickel, Gruppengeschäftsführer RKH Gesundheit. Ergänzend betonte Roland Walther, Geschäftsführer der RKH Kliniken des Landkreises Karlsruhe gGmbH: „Die Kliniken stehen mit ihrem ganzen Herzblut für ihren öffentlichen Versorgungsauftrag. Unsere neue AEMP wird einen essentiellen Beitrag dazu leisten, diesen auch in Zukunft nachhaltig und auf exzellentem Niveau zu erfüllen.“

Der Klinikstandort in Bretten wird durch die AEMP weiter gestärkt. Neben den rund 20 Arbeitsplätzen in der Einheit selbst, bekennt sich der RKH-Verbund mit der Erweiterung erneut zur Region. „Ich bin sehr dankbar, dass die Investition von knapp 30 Millionen Euro am Standort Bretten realisiert werden konnte“, sagte Oberbürgermeister Nico Morast. Er führte aus: „Mit der Inbetriebnahme der AEMP wird ein moderner, leistungsfähiger Baustein geschaffen, der für den gesamten Klinikverbund von zentraler Bedeutung ist. Zusätzlich stärkt er den Klinikstandort Bretten und ist somit ein bedeutender Meilenstein für die medizinische Versorgung im Bereich des Mittelzentrums Bretten.“

Den Film sehen Sie auch unter folgendem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=Yl5g9d2zzjI